Elektroinstallateure: Spannendes Lehrlingsprojekt

30.09.2017

Die beliebte Biferetenhütte in Brigels GR ist renovationsbedürftig. Das Basler Elektrounternehmen BSK hat sich deshalb kurzerhand dazu entschieden, das vom Akademischen Alpenclub Basel initiierte Projekt zu unterstützen. Bei Ihrem Einsatz auf 2482 m.ü.M kamen die drei BSK-Lernenden und ihr Berufsbildner ganz schön ins Schwitzen.

«Ihr Elektriker für alle Fälle» – so lautet der Slogan der BSK Baumann + Schaufelberger Kaiseraugst AG. Dass dies nicht einfach nur schöner Werbeslogan ist, sondern auch tatsächlich gelebt wird, bewies das Basler Elektrounternehmen kürzlich während eines ganz besonderes Einsatzes: Im August engagierte sich der Betrieb im Rahmen eines Lehrlingsprojekts am Umbau einer Berghütte oberhalb von Brigels GR. Seit bald 90 Jahren steht dort auf knapp 2500 m.ü.M die Bifertenhütte, die vom Akademischen Alpenclub Basel gebaut und heute nach wie vor (AAC) bewirtet wird.

SANIERUNG DRINGEND NOTWENDIG

Bis auf den Neubau der Toilette hat die Hütte in den letzten dreissig Jahren kaum eine Renovation erfahren. Und dies, obwohl die Hütte mittlerweile jährlich um die 850 Übernachtungsgäste zählt und längst ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Bergsteiger, Wanderer und Familien geworden ist. Um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden, soll die Bifertenhütte nun renoviert und massvoll ausgebaut werden. «Der Charakter der bestehenden Hütte soll bewahrt werden», betont der AAC auf seiner Website. Auch das Schlafplatzangebot soll unverändert bleiben. Kostenpunkt des Projekts: 654’000 Franken.

MANPOWER STATT GELDSPENDE

«Durch verschiedene Wanderungen in diesem Gebiet bin ich auf dieses Projekt gestossen», erklärt Urs Fitz von BSK. Für den Geschäftsleiter des Unternehmens war schnell klar, dass es sich bei der Sanierung der Biferetenhütte um ein unterstützenswertes Projekt handelt. «Da unser Unternehmen immer wieder soziales Engagement leistet, habe ich das Projekt der Geschäftsleitung vorgestellt.» Statt einfach Geld zu spenden, kam Urs Fitz auf die Idee, das Projekt mit seinen Mitarbeitenden vor Ort zu unterstützen.

Der BSK-Chef brauchte nicht viel Überzeugungskraft. Im Gegenteil: «Die Kollegen waren begeistert und gaben sofort ‚grünes Licht’.» Und so kam es, dass sich nur wenig später Berufsbildner Thorsten Benecke sowie drei lernende Eleltroinstallateure auf den Weg machten, um in der Hütte auf rund 2500 Metern über Meer verschiedenste Installationen auszuführen. «Für dieses spezielle Projekt entschieden wir uns für drei Lernende, die sich mit guten Leistungen, terminlicher Verfügbarkeit und einer Portion Sportlichkeit für diese Aufgabe empfahlen», so Thorsten Benke. «Nur schon der zweistündige Aufstieg in die Hütte ist schliesslich ziemlich schweisstreibend!»

SCHLECHTES WETTER, TOLLER EINSATZ

Nachdem das ganze Elektro-Material via Alp Dado und mit der Unterstützung eines Helikopters weiter transportiert wurde, ging es los: Die angehenden Installateure rollten Kabel aus, legten Einzugsband bereit – und starteten mit der Arbeit in und rund um die Biferetenhütte. «Obwohl der Arbeitsort alles andere als gewöhnlich war, wussten wir sofort, was zu tun war», so Benecke. Die drei Lernenden hätten sich ebenfalls über den «Spezialauftrag» gefreut. «Sie gingen sehr motiviert ans Werk», lobt der Berufsbildner.

In Zukunft wird die Energie auf der Bifertenhütte von zwei unabhängigen Fotovoltaik-Anlagen gespiesen. Eine befindet sich auf dem Dach, die andere bei einem nahegelegenen Schopf an der Wand. «Dank der zweiten Anlage sowie einem Diesel-Generator kann auch bei schneebedecktem Dach eine lückenlose Versorgung garantiert werden», erklärt Urs Fitz. Dieser hatte sich für den Einsatz auf der Alphütte übrigens sein ganz eigenes Programm zurechtgelegt: «Ich bestieg währenddessen das mächtige Kistenstöckli, von wo ich die Baustelle bestens überwachen konnte…», so Fitz schmunzelnd.

Vier Tage und drei Nächte verbrachten Elektroprofis insgesamt auf der Alphütte. Während die Lernenden vor Ort durch tollen Einsatz überzeugten, zeigte sich das Wetter von seiner weniger schönen Seite. Nach einem sonnigen Start regnete es anschliessend den Rest der Woche. «Deshalb waren wohl auch alle froh, als wir am Donnerstagabend bei Regen, Kälte und androhendem Schneefall den Fussmarsch ins Tal antreten durften», so BSK- Berufsbildner Thorsten Benecke. Trotzdem dürfte der Einsatz auf der Biferetenhütte den Mitarbeitenden der BSK Baumann + Schaufelberger Kaiseraugst AG wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Und vielleicht kehren die Lernenden ja schon bald wieder auf die Alp zurück: Läuft alles nach Plan, soll die Hütte nach erfolgreichem Abschluss des Sanierungsprojekts im Oktober voraussichtlich noch einige Wochen geöffnet und bewartet werden.