Tipps für den Umgang mit beeinträchtigten Mitarbeitenden

05.03.2018

Viele Mitarbeitende haben körperliche oder psychische Gesundheitsprobleme, die sich auf ihre Produktivität oder das Teamklima auswirken können. Trotzdem wird in vielen Fällen keine Kündigung ausgesprochen, sondern diese Mitarbeitenden werden unterstützt und mitgetragen. Wir haben sieben Empfehlungen formuliert, wie Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmende optimal reagieren können.

  1. INFORMIEREN SIE FRÜHZEITIG

    Eine frühzeitige und offene Information wirkt sich unmittelbar positiv auf die Chance aus, den Arbeitsplatz nach erfolgter Genesung zu behalten. Im Rahmen der Studie haben rund 70% der betroffenen Mitarbeitenden ihre Vorgesetzten offen über ihre Erkrankung informiert.

 

  1. GEHEN SIE AUF KRANKE MITARBEITENDE EIN 

    Krankheitsbedingt abwesende Mitarbeitenden belasten ein KMU. Wenn ein Mitarbeiter für mehrere Wochen krankeitsbedingt ausfällt, steht ein KMU vor einem Problem. Es gibt insbesondere in kleinen Betrieben nicht für jede Arbeit einen internen Ersatz, der ohne weiteres einspringen kann. Die Belastung von Vorgesetzten und Teams wird denn auch als gravierendste Folge längerer krankheitsbedingter Abwesenheiten wahrgenommen. Seien Sie bereit, auf die individuelle Situation kranker Mitarbeitenden einzugehen und ihnen dabei zu helfen, weiter im Betrieb tätig zu bleiben. Das Vorurteil von hartherzigen Chefs und Betrieben, die ihre Mitarbeitenden bei der kleinsten Beeinträchtigung auf die Strasse stellen, gehört definitiv ins Märchenreich.

 

  1. TAUSCHEN SIE SICH MIT FACHPERSONEN AUS 

    Suchen Sie den Kontakt zu denjenigen, die betroffenen Mitarbeitenden bei der Genesung helfen. Für den Betrieb ist es hilfreich zu erfahren, welche Massnahmen dem Mitarbeitenden helfen würden, möglichst rasch an den Arbeitsplatz zurückzukehren, wobei das „möglichst rasch“ nicht in einer angestrebten Optimierung des Ertrags begründet ist sondern in der Tatsache, dass die Chance auf eine Weiterführung des Arbeitsverhältnisses mit zunehmender Dauer der Abwesenheit sinkt.

 

  1. UNTERSTÜTZEN SIE

    Betriebe sind daran interessiert, betroffenen Mitarbeitenden die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz zu erleichtern. Es gibt eine Vielzahl von individuell möglichen Anpassungen, um betroffene Mitarbeitende zu unterstützen. Bei körperlichen Problemen wirken sich zum Beispiel eine Reduktion des Arbeitspensums, vermehrte Kurzpausen und ergonomische Anpassungen des Arbeitsplatzes positiv aus, bei psychischen Problemen unter anderem eine individuelle Arbeitsplanung sowie klare und verbindliche Spielregeln.

 

  1. BEACHTEN SIE DAS PERSÖNLICHE UMFELD

    Das persönliche Umfeld und das individuelle Wohlbefinden tragen massgeblich zum Genesungsprozess bei. Nun können natürlich in den meisten Fällen weder Ärzte noch Arbeitgeber am Umfeld direkt etwas ändern, aber es sollte vermehrt gemeinsam versucht werden, individuelle Lösungen zu finden. Es gilt für alle Beteiligten, genau hinzuschauen und Mitarbeitende in jeder möglichen Form zu unterstützen.

 

  1. INFORMIEREN SIE DAS TEAM SO OFFEN WIE MÖGLICH 

    Wenn eine Arbeitsunfähigkeit als gerechtfertigt eingeschätzt und erkennbar wird, dass sich betroffene Mitarbeitende um eine möglichst kurze Arbeitsunfähigkeit bemühen, reagieren Teams – wie Vorgesetzte auch – vorwiegend mit Mitgefühl. Erst wenn eine Arbeitsunfähigkeit als übermässig lang empfunden wird, mehren sich Skepsis und Vorbehalte gegenüber dem betroffenen Mitarbeitenden, weil es zunehmend als ungerecht empfunden wird, dass das Team dessen Arbeiten mit übernehmen muss.

 

  1. PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN SIND HILFREICH

    Von den befragten Vorgesetzen hatte knapp die Hälfte bereits selber relevante gesundheitliche Probleme. Wer solche Erfahrungen gemacht hat oder diese aus seinem Umfeld kennt, reagiert tendenziell mit mehr Verständnis.

 

Wenn Sie mehr über das Thema erfahren möchten, können Sie uns gerne kontaktieren oder laden Sie sich diesen Flyer mit klaren und verständlichen Empfehlungen runter.

Grundlage: Breit angelegte Umfrage

Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt, der Psychiatrie Baselland, des Gewerbeverbandes Basel-Stadt, des Arbeitgeberverbandes Basel, der Stiftung Rheinleben und der Hochschule Döpfer in Köln wurden sämtliche kleinen und mittleren Betriebe der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und Solothurn zum Umgang mit gesundheitlich beeinträchtigten Mitarbeitenden befragt. Ziel der Studie war herauszufinden, wie es KMU schaffen, körperliche und psychische Gesundheitsprobleme der Mitarbeitenden zu bewältigen, und aufzuzeigen, was in diesem Bereich bereits geleistet wird.