«Basel hat zu wenig Flächen für KMU»

11.09.2018

Die Firma Moritz Hunziker AG würde den Firmensitz gerne aus dem Wohnquartier an einen anderen Standort verlegen. Allerdings gebe es keine geeigneten Flächen für KMU in Basel-Stadt, sagt Unternehmer Daniel Hunziker.

Daniel Hunziker führt den Elektrikerbetrieb Moritz Hunziker AG in der dritten Generation an der Kleinhüningerstrasse. Seit 1947 ist die Firma dort zuhause. Sie zählt 30 Mitarbeitende und bildet sechs Lernende aus. Unternehmer Daniel Hunziker ist auch Vizepräsident der IG Kleinbasel und im Kleinbasel verwurzelt. Und er hat den Vorteil, dass die Firmenliegenschaft in seinem Besitz ist. Trotzdem ist er bereit, mit der Firma an andere Standorte zu ziehen.

«Wir befinden uns hier mittlerweile Mitten in einem Wohnquartier und fahren täglich mit 15 Fahrzeugen hinein und hinaus», sagt Hunziker. Das sei aus seiner Sicht nicht mehr zeitgemäss. Deshalb sucht die Firma Land, wo sie etwas aufbauen kann, eventuell auch zusammen mit anderen Unternehmen.

ZU WENIG BEZAHLBARE FLÄCHEN

«Aber Basel-Stadt hat für Handwerksbetriebe zu wenig Flächen zu bieten», sagt Hunziker und fügt schon fast etwas resigniert an: Das wäre wahrscheinlich anders, wenn wir kulturelle Aktivitäten durchführen würden. Und wenn doch eine Fläche angeboten werde, sei der Preis so hoch, dass KMU es sich nicht leisten könnten.

«Wir brauchen Gewerbeflächen mit Parkplätzen und Lagerraum», betont Daniel Hunziker. «Es bringt uns nichts, wenn wir Flächen im vierten Obergeschoss ohne Zufahrt und Abstellplätze angeboten bekommen.» Das sei für reine Büronutzungen oder Unternehmen im kreativen Bereich vielleicht eine Option. Aber nicht für gewerbliche Unternehmen. Wichtig sei auch, dass ein Standort Entwicklungsschritte des Unternehmens zulasse und dass eine Planungssicherheit bestehe. Ob der Standort gekauft oder gemietet werden könne, sei nicht matchentscheidend, auch wenn die Priorität natürlich auf Eigentum liege.

Daniel Hunziker spricht Klartext: Gewerbliche KMU werden quasi gezwungen, den Kanton zu verlassen. So wie ein Sanitär-Heizungs-Betrieb mit 200 Mitarbeitenden, der lange in Kleinhüningen war. Jetzt ist dieser in Muttenz zuhause. Daniel Hunziker will in Basel bleiben. «Es muss der Regierung doch ein Anliegen sein, uns Gewerbetreibende hier zu behalten», sagt Hunziker und spricht das Steuersubstrat, die Arbeits- und Ausbildungsplätze an. Natürlich könnte er nach Sissach zügeln. Aber die Kundschaft wäre trotzdem mehrheitlich in der Stadt. «Dann würden meine Mitarbeiter einfach hin und her fahren; das ist doch auch ökologisch ein Irrsinn», sagt Hunziker.

LYSBÜCHEL GEWERBLICH NUTZEN

Deshalb ist für Daniel Hunziker auch klar, wie es mit dem Areal Lysbüchel im Norden von Basel weitergehen soll. «Auf diesem Areal ist die gewerbliche Nutzung klar zu bevorzugen», sagt er mit Blick auf die Pläne von Kanton und SBB, grosse Teile des Gewerbeareals mit Wohnungen zu überbauen. Es gebe andere und vor allem viel bessere Standorte, wo neue Wohnnutzungen realisiert werden könnten.