Daniel Richner schloss die Lehre mit der Höchstnote ab

04.09.2018

Technik und Elektronik sind die Leidenschaft von Daniel Richner. Und der 19-Jährige startet durch. Er schloss seine Lehre mit 6.0 ab, bereitet sich derzeit auf die Berufsmeisterschaften SwissSkills vor und hat erfolgreich am Talentförderprogramm Unternehmer Campus des Gewerbeverbandes Basel-Stadt teilgenommen.

«Es war ziemlich viel los», sagt Daniel Richner mit Blick auf das laufende Jahr. Das ist alles andere als übertrieben. Was war das bis jetzt für ein Jahr für den 19-Jährigen aus Rheinfelden: Er hat im Sommer das Ausbildungsprogramm Unternehmer Campus abgeschlossen und wird im Herbst an den Berufs-Schweizermeisterschaften SwissSkills in Bern teilnehmen. Und natürlich ist da sein sensationeller Lehrabschluss: Er schloss seine Ausbildung zum Elektroniker EFZ mit der Traumnote 6.0 ab. Seit 25 Jahren hat das im Baselbiet kein Lernender mehr geschafft.

INTERESSE FÜR TECHNIK

Das sei schön und eine Genugtuung, sagt Daniel Richner. Aber aus der Ruhe bringt ihn das nicht. «Ich habe es gerne, wenn viel läuft.» Auf die Frage, wie man einen solchen Lehrabschluss schafft, sagt er: «Man muss es wollen.» Für ihn sei es nicht darum gegangen, den Lernstoff auswendig zu können, sondern er möchte verstehen, wie etwas wirklich funktioniert. «Wenn man das weiss, dann kann man es anwenden und auf andere Fragestellungen übertragen.»

Die Neugier und das Interesse für Technik hatte Daniel Richner immer schon. Als Schüler absolvierte er einen Kurs beim Jugend Elektronik- und Technikzentrum (Jetz), heute gibt er dort selber Kurse. Daniel Richner hat sich für eine Lehre als Elektroniker EFZ entschieden und diese bei Endress+Hauser Flowtec AG mit Sitz in Reinach absolviert. Das Unternehmen gehört zur Endress+Hauser Gruppe, einem führenden Anbieter von Messgeräten, Dienstleistungen und Lösungen für industrielle Prozesstechnik und Automatisierung.

FREIHEITEN UND VERANTWORTUNG

In einer Entwicklungsabteilung des Unternehmens zeigt Daniel Richner eine Flash-station. «Dieser Automat dient dazu, Software auf Prozessoren zu spielen, die sich auf Leiterplatten befinden», erklärt er. Bis jetzt haben die Entwickler das manuell machen müssen. Die Automatisierung werde eine grosse Effizienzsteigerung bedeuten. Daniel
Richner leitet dieses Projekt, das bis Ende Jahr abgeschlossen sein sollte; ein Teilprojekt davon war seine Abschlussarbeit.

Was fasziniert ihn am meisten an seinem Beruf? «Dass ich selber Ideen umsetzen kann. Es ist toll, selber etwas zu entwickeln und zu sehen, dass es funktioniert.» Genau wie das vorhin beschriebene Projekt. Für die Freiheiten und die Verantwortung, die ihm in seinem Lehrbetrieb zuteil wurden, ist er sehr dankbar.

UNTERNEHMER CAMPUS ALS NEUE HERAUSFORDERUNG

Angesprochen auf seine Zukunftspläne sagt Daniel Richner: «Ich möchte sicher weiter in diesem Bereich arbeiten.» Und er wird ein Studium Elektro- und Informationstechnik an der Fachhochschule beginnen. Das geht, weil der 19-Jährige die Lehre mit Berufsmaturität absolviert hat. Interessieren würde ihn der Ingenieursberuf und Führungsverantwortung, aber was genau, das sei noch offen.

Unternehmerische Erfahrung konnte Daniel Richner bereits sammeln. Denn er hat im Abschlussjahr seiner Lehre auch das Programm Unternehmer Campus absolviert. Das ist ein Talentförderprojekt des Gewerbeverbandes Basel-Stadt. «Ich suchte zusätzliche Herausforderungen zum Technischen meines Berufs», schildert Richner seine Motivation zur Teilnahme. Neben den Modulen Zeitmanagement, Führung und Sozialkompetenz gefiel Richner besonders die Wirtschaftswoche, wo die Teilnehmenden als
Geschäftsleitung selber ein Unternehmen führen und Entscheidungen treffen müssen.

SWISSSKILLS: PODESTPLATZ ALS ZIEL

Die nächste Herausforderung wartet nun in Form der SwissSkills auf Daniel Richner. Keine unbekannte Erfahrung, denn vor zwei Jahren hat er sich schon einmal qualifiziert. Damals reichte es ihm unter die besten zwölf der Schweiz. «Nun ist ein Podestplatz mein Ziel», sagt Richner. Natürlich möchte er gewinnen, aber die Konkurrenz sei stark.
Wir drücken die Daumen.