St. Jakob-Park Basel: Shopping Center trotzt Onlinehandel und Einkaufstourismus

16.05.2019

Das grösste Shopping Center in der Region konnte 2018 seinen Umsatz um knapp eine Million Franken steigern. Die «kmu news» haben Centerleiter Daniel Zimmermann vom Immobiliendienstleister Wincasa zu den Gründen für den Erfolgskurs befragt.

«kmu news»: Die Branche befindet sich im Umbruch, der Wettbewerb wird härter. Was sind die Gründe für den Erfolgskurs des Shopping Centers St. Jakob-Park?
Daniel Zimmermann: Zu den zentralen Erfolgsfaktoren gehört ein interessanter Mietermix, eine gute Erreichbarkeit mit dem Auto und dem öffentlichen Verkehr und ein starker Hauptmieter als Frequenzbringer. Ausserdem ist es wichtig, Erlebnisse zu bieten. Es geht nicht nur um Shopping. Wir bieten Orte der Begegnung für Junge und Familien – dazu trägt auch das attraktive gastronomische Angebot bei.

Wie fest spüren Sie den Einkaufstourismus?
Deutlich weniger stark als in der Vergangenheit. Die erste Frankenabwertung 2011 war heftig, da haben die Mieter teilweise 30 Prozent an Umsatz verloren. 2015 waren die Auswirkungen deutlich schwächer und weniger langanhaltend. Natürlich liegt das auch an den Preisen, die in der Schweiz gesunken sind. Ich denke aber, dass der Faktor Zeit eine wichtige Rolle spielt. Zeit ist ein Luxusgut. Die Kundinnen und Kunden schätzen es, wenn sie den Einkauf effizient gestalten können. Das spricht für das nahe, stressfreie Einkaufen. Bei uns können Sie schnell ins Parkhaus rein, einkaufen, und fahren nach 15 Minuten wieder raus.

Auch das Stücki Center hat günstige Parkplätze, trotzdem blieb der Erfolg aus. Warum?
Das Shopping Center St. Jakob- Park ist praktisch am Anfang der Stadt direkt von der Autobahn erreichbar; deshalb reicht unser Einzugsgebiet auch bis nach Frick. Aber uns spielt natürlich auch die Verkehrssituation in der Stadt in die Hände: Immer mehr Einschränkungen, teure Parktarife, immer weniger Parkplätze, Baustellen – das verleidet den Leuten.

Was macht einen guten Mietermix aus?
Das Fundament bei uns ist die Manor AG. Dazu haben wir andere Zugpferde wie Dosenbach, Ochsner Sport, H&M oder C&A. Das ergänzen wir mit Geschäften, die es in der Region Nordwestschweiz sonst nicht gibt. Zum Beispiel Kiko Milano, Oil & Vinegar, KARE für kreatives Wohnen und Okaïdi für modische Kinderbekleidung. Bei neuen Mietern achten wir darauf, dass sie ins Gesamtkonzept passen und keine Bestehenden zu stark konkurrieren.

Was bringt die Zukunft für Ihr Shopping Center?
Der Onlinehandel wird natürlich eine grosse Herausforderung bleiben. Es wird mehr Kombinationen von Online-/Offline- Geschäften geben. Das bedeutet auch, dass wir tendenziell eher mehr kleinere Läden mit geringeren Lagerflächen haben werden. Trotzdem gibt es natürlich auch grosse Neueröffnungen, auf die wir uns freuen, zum Beispiel des Bekleidungsunternehmens New Yorker auf 850 Quadratmetern im Sommer. Klar ist, dass das Erlebnis, die gute Aufenthaltsatmosphäre und die Gastronomie immer wichtiger werden. Wir sind stets offen für kreative Themen.