Grosse Bühne für Berufstalente

06.11.2017

Ein Kommentar von Gewerbedirektor Gabriel Barell: «In den letzten Wochen freute ich mich gleich über mehrere Good News von der Berufsbildungsfront. Erstens zeigte das Lehrstellenbarometer des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation, dass das Lehrstellenangebot und die Anzahl der Lehrvertragsabschlüsse weiter steigen. Zweitens beweisen die zehn Finalistinnen und Finalisten des Wettbewerbs «Lehrling des Jahres» eindrücklich, dass es in unserer Region viele herausragende Lernende gibt. Und drittens glänzte der Schweizer Nachwuchs an den Berufsweltmeisterschaften in Abu Dhabi mit Gala-Leistungen.

Positive Nachrichten – das haben diese so an sich – bedeuten aber immer auch Arbeit. Denn positive Entwicklungen geschehen in aller Regel nicht von selbst. Es braucht engagierte Personen und Organisationen, die diese begünstigen und vorantreiben.

Bleiben wir beim Lehrstellenangebot. Laut den aktuellsten Hochrechnungen des Lehrstellenbarometers im Auftrag des Bundes haben die Unternehmen per 31. August dieses Jahres 97 000 Lehrstellen angeboten; das sind 2500 mehr als 2016. Die Zahl der offen gebliebenen Lehrstellen sank hingegen von 10 000 auf 7000. Das sind erfreuliche Entwicklungen, hatten wir doch vor nicht allzu langer Zeit noch mit einem Lehrstellenmangel zu kämpfen. Im Namen des Gewerbeverbandes Basel-Stadt möchte ich allen Ausbildungsbetrieben herzlich für ihr Engagement danken.

Gerade in Basel-Stadt mit seiner sehr tiefen Direktübertrittsquote von der Schule in die Berufslehre besteht Handlungsbedarf. Der Gewerbeverband Basel-Stadt gibt hier mit verschiedenen Projekten Gegensteuer

Aber – und damit komme ich zur erwähnten Arbeit: Es braucht noch stärkere Anstrengungen, um die Lehrstellen nun auch mit möglichst leistungsstarken Schülerinnen und Schülern zu besetzen. Gerade in Basel-Stadt mit seiner sehr tiefen Direktübertrittsquote von der Schule in die Berufslehre besteht Handlungsbedarf. Der Gewerbeverband Basel-Stadt gibt hier mit verschiedenen Projekten Gegensteuer: Zum Beispiel mit Rent-a-Stift (in Zusammenarbeit mit dem ED), das Schülerinnen und Schülern die Vorteile der Berufslehre aufzeigt. Oder mit dem Unternehmer Campus, der talentierte Lernende und junge Berufsleute gezielt ans Unternehmertum heranführt. Oder mit dem Wettbewerb «Lehrling des Jahres» 2017, der exemplarisch für die Attraktivität der Berufsbildung steht.

Beste Werbung für das Schweizer Berufsbildungssystem machte auch die Schweizer Delegation an den WorldSkills 2017 in Abu Dhabi. Sie kehrten mit einer Rekordzahl an Medaillen im Gepäck nach Hause, als zweitbeste Nation weltweit und als die mit Abstand stärkste europäische Delegation. Eine tolle Leistung, die auch Bundesrat und Bildungsminister Johann Schneider Ammann begeistert kommentierte. Schade nur, dass genau jener Bundesrat der Schweizer Bewerbung als Austragungsort für die WorldSkills 2021 einen Strich durch die Rechnung machte und eine Finanzierungsbeteiligung verweigerte.

Aber von solchen Rückschlägen lassen wir uns nicht entmutigen. Wir kämpfen weiter mit vollem Einsatz für eine Stärkung der Berufsbildung – auf dass die Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz auch weiterhin auf einem vergleichsweise rekordtiefen Niveau bleibe.»

(Aus «kmu news», 11-17)