KMU sind die Lehrstellen-Könige

05.04.2015

Kleinere und mittlere Firmen engagieren sich überdurchschnittlich stark für die Ausbildung des Berufsnachwuchses. KMU bieten verhältnismässig deutlich mehr Lehrstellen an wie Grossfirmen, wie Stichproben zeigen.

Teacher Helping Students Training To Be Electricians

 

Für den Wirtschaftsstandort Schweiz – insbesondere auch für die Region Basel – ist die Ausbildung der eigenen Fachkräfte elementar wichtig. Gerade mit Blick auf Zuwanderungsbeschränkungen ausländischer Arbeitskräfte. Aber wie viele Lernende sollten Unternehmen mindestens ausbilden?

Der frühere SP-Nationalrat und Bildungsexperte Rudolf Strahm sagte gegenüber «10vor10»: «Eine Firma, die etwas gilt und top ist, bietet sechs Lehrstellen pro 100 Vollzeitbeschäftigte an.»

 KMU MIT HOHER AUSBILDUNGSQUOTE

Von den 20 börsenkotierten Schweizer Unternehmen erfüllt nur gerade ABB mit knapp sieben Prozent diese Ausbildungsquote. Bei den regionalen Grosskonzernen liegt der Wert bei 3,2 Prozent (Roche), 2,0 Prozent (Novartis) und 1,6 Prozent (Actelion).

Ganz anders sieht die Ausbildungsquote bei den KMU aus. Sie sind die Lehrstellen-Könige, wie Stichproben bei regionalen Unternehmen zeigen Zum Beispiel das Basler Gebäudetechnik-Unternehmen ETAVIS bildet 130 Lernende aus, was 17 Prozent aller Mitarbeitenden (780) entspricht. ETAVIS übernimmt übrigens drei Viertel der Lernenden nach der Abschlussprüfung.

«GEHÖRT ZUR VERANTWORTUNG EINES UNTERNEHMENS»

Bei der Basler Keramikplattenfirma Bernardi + Huber AG beträgt der Anteil Lernender rund zehn Prozent. Daniela Bernardi: «Wir können nicht immer klagen, dass die Qualität der Lernenden mangelhaft sei, und selber nichts machen.»

Die Basler Heizungsfirma Tomasetti AG bildet bei 14 Mitarbeitenden drei Lernende aus (21 Prozent). «Es gehört zur Verantwortung eines Unternehmens, den Berufsnachwuchs auszubilden», sagt Marco Tomasetti. «So bleibt das nötige Fachwissen in der Firma erhalten.»