Mit Pflästerlipolitik allein ist es nicht getan

03.04.2019

Nach dem Wettstein-Quartier wurden nun auch im Iselin-Quartier rund 80 Parkplätze der Blauen Zone in gebührenpflichtige Parkplätze mit Parkuhr umgewandelt. Solche Massnahmen mögen die Parkplatzsituation für Anwohner und Gewerbetreibende kurzfristig zwar etwas entschärfen. Der grundsätzliche Mangel an Parkflächen wird dadurch jedoch nicht behoben – im Gegenteil.

Von Seiten einiger engagierter Quartierbewohner wurde 2016 eine Petition mit gegen 1000 Unterschriften eingereicht, welche den massiven Parkplatzabbau im Iselin-Quartier kritisierte. Die Petition forderte, dass rund 200 Parkplätze, die beim Bachgraben sowie weitere 50 Parkplätze, die in der Burgfelderstrasse aufgehoben wurden, vollständig wieder geschaffen werden. Nachdem sich der Regierungsrat und die Petitionskommission des Grossen Rates jahrelang mit einer konkreten Lösung schwergetan hatten, kam nun doch noch etwas Bewegung in die Sache.

PARKPLÄTZE MIT ANWOHNERPRIVILEGIERUNG …

Damit Anwohner und Gewerbetreibende leichter einen freien Parkplatz finden, wandelte das Tiefbauamt in verschiedenen Strassen des Iselin-Quartiers 79 Parkplätze der Blauen Zone in gebührenpflichtige Parkplätze mit Anwohnerprivilegierung um. Wer keine Anwohnerparkkarte hat, bezahlt künftig einen Franken pro Stunde und darf sein Fahrzeug während maximal drei Stunden parkieren. Dadurch soll nach dem Vorbild des Wettsteinquartiers verhindert werden, dass zu viele Parkplätze von Besuchern und Pendlern belegt werden.

… EINE GEFÄHRLICHE SCHEINLÖSUNG

Dem Anliegen der Petenten wird damit jedoch nicht genüge getan. «Die vom Regierungsrat beschlossenen Ummarkierungen können kurzfristig die Situation für Anwohner und Gewerbetreibende tatsächlich etwas entschärfen. Mittel- bis langfristig bleibt das Problem des kontinuierlichen Parkplatzabbaus jedoch ungelöst», hält Gewerbedirektor Gabriel Barell fest. Die Erfahrung im Wettstein-Quartier hat nämlich gezeigt, dass es zu Verlagerungseffekten kommt, so dass der Parkierungsdruck in anderen Quartieren ansteigt. Entschärft sich die Parkierungssituation in bestimmten Strassenzügen, ist zudem mit neuen Forderungen von rot-grüner Seite zu rechnen, zusätzliche Parkierungsflächen aufzuheben. Der Teufelskreis dreht sich weiter und weiter…

PARKIEREN FÜR ALLE VERKEHRSTEILNEHMER

Eine nachhaltige, für alle Quartiere wirkungsvolle Lösung kann nur die Initiative «Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer» bieten. Die Initiative des Gewerbeverbandes Basel-Stadt, welche voraussichtlich im Herbst zur Abstimmung gelangt, fordert den Stopp des kontinuierlichen Parkplatzabbaus in den Basler Strassen und ein ausreichendes Angebot. Und zwar für alle Verkehrsträger: Velos, Motorräder und Autos.

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