«Rent-a-Stift»: Junge Botschafter für die Berufslehre

03.03.2017

Wie lassen sich Schülerinnen und Schüler am ehesten davon überzeugen, nach der obligatorischen Schulzeit direkt eine Berufsausbildung zu beginnen? Die Antwort des Projekts «Rent-a-Stift» lautet: Durch direkte Information auf Augenhöhe. Sprich von Lernenden zu Schülerinnen und Schülern.

Seit 2002 gibt es «Rent-a-Stift» bereits, das vom Erziehungsdepartement Basel-Stadt ins Leben gerufen worden ist. Das Projekt stellt eine authentische und praxisorientierte Ergänzung zum normalen Berufswahlunterricht dar und leistet einen wertvollen Beitrag, dass mehr junge Leute nach der obligatorischen Schulzeit direkt den Berufsbildungsweg einschlagen.

KONKRET FUNKTIONIERT DAS SO

Junge Lernende stellen sich als Botschafterinnen und Botschafter zur Verfügung. Sie besuchen zu zweit Schulklassen der Volksschule Basel-Stadt und informieren Schülerinnen und Schüler über ihren Berufsalltag, die Berufslehre und stehen für Fragen zur Verfügung.

«In diesem Jahr unterstützen rund 30 Ausbildungsbetriebe das Projekt ‹Rent-a-Stift›, in welchem pro Schuljahr rund 40 Lernende teilnehmen», erklärt Projektleiterin Katja Schilder vom Bereich Berufsbildung des Gewerbeverbandes Basel-Stadt. Die jungen Botschafterinnen und Botschafter werden an jeweils zweitägigen Seminarveranstaltungen geschult, wie sie Schülerinnen und Schüler an der Volksschule Basel-Stadt am besten über den Ausbildungsalltag in den Lehrbetrieben informieren. Die nächste Ausschreibung zur Teilnahme erfolgt diesen Herbst.

www.gewerbe-basel.ch/rent-a-stift

MICHAEL WEIBEL: «MEIN TIPP: GELASSEN BLEIBEN»

Michael_MugshotMichael Weibel absolviert als Zweitausbildung die Lehre zum Interactive Media Designer. Er hat drei «Rent-a-Stift»-Einsätze in Schulklassen absolviert. Das sei eine interessante Erfahrung gewesen. Den zukünftigen «Rent-a-Stift»-Botschafterinnen und Botschaftern rät er vor allem: «Gelassen bleiben», auch bei frechen Fragen. Im Vorbereitungskurs mit dem individuellen Coaching sei er gut auf seine Einsätze vorbereitet worden. «Ich konnte meine Auftrittskompetenz verbessern, das kann man immer gebrauchen», sagt Michael Weibel.

Die Erfahrungen in den Klassen seien unterschiedlich gewesen und auch abhängig davon, wie stark sich die Lehrperson für das Thema engagiert hat. Die Fragen seien vielfältig gewesen, vom Lohn, über die Arbeitszeiten bis zu: «Kannst Du Photoshop?» Interessant an seiner «Rent-a-Stift»-Zeit war auch der Austausch mit anderen Lernenden und der Einblick in andere Gebiete.

MIRA MUHEIM: «GUTE VORBEREITUNG FÜR ABSCHLUSSPRÜFUNG»

Mira MuheimMira Muheim befindet sich in ihrer Ausbildung zur Fachfrau Betreuung (Kinderbetreuung). Die «kmu news» haben mit ihr gesprochen, als sie sich im zweitägigen Kurs auf ihren ersten Auftritt als «Rent-a-Stift» vorbereitete. Für sie ist dieses Engagement auch eine gute Vorbereitung auf die mündlichen Abschlussprüfungen. «Ich möchte später einmal als Lehrperson unterrichten und kann hier Präsentationskompetenz gewinnen», sagt Mira Muheim. Sie sei gespannt, was für Erfahrungen sie in den Schulkassen machen wird. «Ich hoffe, die Schülerinnen und Schüler nutzen die Gelegenheit für Fragen. Ich auf jeden Fall hätte diese Gelegenheit gerne gehabt.» Erfahren vom Projekt «Rent-a-Stift» hat Mira Muheim von einer Klassenlehrperson in der Berufsfachschule. Ihr Ausbildungsbetrieb hat sie sofort unterstützt und so hat sich Mira Muheim bei «Rent-a-Stift» angemeldet.

WEITERE INFORMATIONEN

Katja Schilder
Gewerbeverband Basel-Stadt
Telefon 061 227 50 74
k.schilder@gewerbe-basel.ch