WorldSkills: Enttäuschender Entscheid des Bundesrates

05.07.2017

Der Bundesrat hat beschlossen, eine Bewerbung der Schweiz für die World Skills 2021 nicht zu unterstützen. Das ist ein Affront gegenüber der Berufsbildung und gegenüber allen, die sich tagtäglich mit Herzblut dafür einsetzen. Bundesrat Johann Schneider Ammann macht in der ganzen Welt Werbung für unser duales Bildungssystem als Hauptgrund für unsere rekordtiefe Jugendarbeitslosigkeit – zu Recht. Wenn es aber darum geht, diesem Bekenntnis im Inland Taten folgen zu lassen, drückt sich der Bundesrat. Das ist ein Armutszeugnis und sehr bedauerlich.

Die Schweiz – mit Austragungsort Basel – hätte die einmalige Chance gehabt, sich mit diesem internationalen Grossanlass als Heimat der Berufsbildung zu präsentieren und das Ansehen der dualen Bildung auch im Inland weiter zu steigern. Das Nein des Bundesrates ist absolut unverständlich.

Unschön ist insbesondere auch die Kurzfristigkeit der Absage. Nach jahrelanger Vorarbeit sind derzeit nur noch zwei Bewerbungen im Rennen. Alle Signale des Bundes deuteten bisher auf eine Unterstützung hin. Mit dem jetzigen Entscheid ohne Vorzeichen wird diese tolle Ausgangslage zunichte gemacht und alle beteiligten Partner werden vor den Kopf gestossen.

Betreffend Kosten sei erwähnt, dass der Bund 2017 über 7,6 Milliarden Franken für Bildung und Forschung ausgibt. Alleine das Budget für die Universitäten, ETH, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen wurde per 2017 um jährlich 74 Millionen Franken erhöht. Dass die einmalige Durchführung der Berufsweltmeisterschaft im Jahr 2021, die den Bund rund 30 Millionen Franken kosten würde, zu teuer sei, ist nicht nachvollziehbar.