Lohnschutz stärken, Chancen der KMU sichern: Schulterschluss von BASKO und AMKB 

22.11.2019

Die Sozialpartner beabsichtigen, die beiden von ihnen getragenen Arbeitsmarkt-Kontrollorganisationen in der Region Basel, die BASKO (Basel-Stadt) und die AMKB (Basel-Landschaft) auf Anfang 2020 zusammenzuschliessen. Der Schulterschluss ist ein wichtiger Schritt, um den Schutz der Lohn- und Arbeitsbedingungen weiter zu verstärken und die gleich langen Spiesse der Unternehmen zu gewährleisten. Er ermöglicht die weitere  Professionalisierung und Effizienzsteigerung des Vollzugs.

Die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen des Baugewerbes verfolgen das Ziel, die sozialpartnerschaftlich getragenen, bisher getrennt agierenden Kontrollvereine des Baugewerbes von Basel-Stadt und Basel-Land zusammenzuführen. Mit dem Schulterschluss der Baustellenkontrolle Basel (BASKO) und der Arbeitsmarktkontrolle für das Baugewerbe (AMKB) wird das regionale Kontrollorgan ab Anfang des kommenden Jahres für die ganze Region Basel den Vollzug von Gesamtarbeitsverträgen (GAV) und der Schwarzarbeits- und Submissionsgesetze im Rahmen der mandatierten Aufträge ausführen.

Die gemeinsame Kontrollorganisation wird in beiden Halbkantonen einen Sitz haben. Sie kontrolliert auf einer Fläche von 555 km² die Arbeitsbedingungen in über 20 Branchen mit 2‘500 Betrieben, unter deren GAV rund 22’000 Arbeitnehmende unterstellt sind. 17 Mitarbeitende führen für Paritätische Kommissionen und staatliche Behörden Baustellen-, GAV-Unterstellungs-, sowie Lohnbuchkontrollen durch. Im vergangenen Jahr wickelten AMKB und BASKO insgesamt über 1’600 Kontrollen ab.

Neue Herausforderungen

Die sozialpartnerschaftlich getragene Arbeitsmarktkontrolle ist eine Erfolgsgeschichte. Sie gewährleistet die Einhaltung der hiesigen Lohn- und Arbeitsbedingungen und sorgt für gleich lange Spiesse des einheimischen Gewerbes gegenüber der ausländischen Konkurrenz.

Diese Erfolgsgeschichte steht jedoch von zwei Seiten unter Druck: Einerseits gibt es politische Versuche, den Lohnschutz zu schwächen und den paritätischen Vollzug in Frage zu stellen. In den Verhandlungen mit der EU stehen Errungenschaften zur Debatte. Und immer gerissener agierende Lohndumpingfirmen fordern die Kontrollorgane und Behörden heraus.

Anderseits setzen Bund und Kantone immer höhere Anforderungen an den Vollzug. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) als Aufsichtsbehörde forciert mit seinem Aktionsplan risikobasierte und integrale Kontrollstrategien sowie die Einführung neuer IT-Lösungen. Damit soll eine weitere Verbesserung hinsichtlich Quantität und Qualität der Kontrollen erreicht werden.

Der Schulterschluss bringt viele Vorteile

Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen sich die Vollzugsorganisationen ständig weiterentwickeln und professionalisieren. Der Schulterschluss von AMKB und BASKO schafft dafür beste Voraussetzungen:

Das regionale Kontrollorgan kann Synergien nutzen und damit noch effizienter arbeiten. Es verfügt über die nötigen Ressourcen, um Grosskontrollen durchführen und Spitzen im Baugewerbe besser abfangen zu können. Auch die integrale Kontrolltätigkeit – welche gleichzeitig Verstösse gegen Schwarzarbeit, GAV-Vorgaben und das Entsendegesetz aufdeckt – wird erleichtert. Das verhindert Mehrfachkontrollen und senkt damit die Kosten.

Zudem ist die Einführung digitalisierter Kontrollsysteme kostengünstiger möglich. Die Nutzung neuster Technologien erhöht die Qualität und Effizienz der Kontrollen; damit werden die Dienstleistungen des neuen Kontrollorgans noch besser und gleichzeitig noch kosteneffizienter. Auch die Bündelung des Know-hows und unterschiedlicher Spezialisierungen wirkt sich positiv auf die Vollzugsarbeit aus.