«Im Umgang mit Krebs sind Offenheit und Transparenz enorm wichtig»

23.02.2020

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um den Coronavirus wird die Tagung auf Donnerstag, 22. Oktober 2020 verschoben.

Krebserkrankungen können in jedem Unternehmen zu einem Thema werden. Das richtige Verhalten der Arbeitgeber ist entscheidend. An der Tagung «Arbeit und Krebs» vom 26. März werden Lösungsansätze und Unterstützungsangebote präsentiert, wie Michèle Leuenberger-Morf, Geschäftsführerin CEO der Krebsliga beider Basel, im Interview mit den «kmu news» erklärt.

«kmu news»: Warum organisiert die Krebsliga beider Basel die Tagung «Arbeit und Krebs»?
Michèle Leuenberger-Morf: Wir wollen Arbeitgeber und Personalverantwortliche dabei unterstützen, richtig auf Krebserkrankungen von Mitarbeitenden zu reagieren. Dazu gehören eine proaktive Kommunikation mit allen involvierten Mitarbeitenden, aber auch Überlegungen, wie eine krebsbetroffene Person weiterbeschäftigt oder wie sie an den Arbeitsplatz – sozusagen ins «normale» Leben – zurückkehren kann.

Warum ist das so wichtig?
Die Erfahrung zeigt klar, dass Personen, die im Arbeitsalltag integriert bleiben können, schneller genesen. Und heute sind dank der besseren Vorsorge und Früherkennung häufiger Behandlungen möglich, die keine komplette Absenz vom Arbeitsplatz zur Folge haben.

Wie beurteilen Sie den Wissensstand der Unternehmerinnen und Unternehmer bei diesem Thema?
Der Wissensstand ist sehr unterschiedlich und hängt auch von der Unternehmensgrösse ab. Unsere Tagung richtet sich an alle Unternehmenstypen. Grundsätzlich wächst das Verständnis gegenüber dem Thema Krebs: Trotzdem stellen wir immer noch eine grosse Unsicherheit im konkreten Umgang damit fest.

Michèle Leuenberger-Morf: Geschäftsführerin CEO der Krebsliga beider Basel.

Im Flyer zur Tagung schreiben Sie, dass der Umgang mit Krebs am Arbeitsplatz ein «Balanceakt zwischen Mitgefühl und Verantwortung» ist. Was bedeutet das?
Es braucht Mitgefühl in Form von Verständnis und einer transparenten Kommunikation. Nur so sind gute Lösungen möglich – für die krebsbetroffene Person, aber auch für die anderen Mitarbeitenden. Denn ein Arbeitgeber hat auch eine Verantwortung gegenüber den Teammitgliedern, damit es nicht zu Missstimmung aufgrund von Mehrbelastungen kommt.

Was ist die wichtigste Massnahme eines Arbeitgebers in einer solchen Situation?
Ich würde sagen Offenheit – und eine transparente Kommunikation. Es ist wichtig, allen Beteiligten Vertrauen zu geben, zuzuhören und mit den passenden Massnahmen zu reagieren. Ein Arbeitgeber muss aber auch akzeptieren, wenn eine betroffene Person gewisse Dinge nicht kommunizieren will – oder wenn eine Person nicht mehr die gleiche Arbeit ausführen kann wie vorher. Wenn ein Arbeitgeber gut mit einer solchen Situation umgeht, dann kann er auf die Dankbarkeit und eine noch grössere Loyalität der Mitarbeitenden zählen. Das ist ein grosser Vorteil.

Was erwartet die Teilnehmenden der Tagung?
Es gibt Inputreferate zu verschiedenen Themenbereichen. Aber es bleibt auch viel Raum für individuelle Fragestellungen. Die Teilnehmenden sollen von der Tagung konkrete Lösungsansätze und Tools für ihr Unternehmen mitnehmen. Und sie kennen nachher die vorhanden Beratungsangebote und Anlaufstellen.

 

22. Oktober : Tagung «Arbeit und Krebs»

In der Schweiz leben 64 000 Menschen im erwerbsfähigen Alter mit der Diagnose Krebs. Die Krebsliga beider Basel führt am 22. Oktober die Tagung «Arbeit und Krebs – Praxistools für Arbeitgeber» durch. Diese richtet sich an Unternehmen, Führungskräfte, HR-Leute und Verwaltungsmitarbeitende. Die Tagung umfasst einen Block 1 von 8.30 bis 12 Uhr, einen Networking-Stehlunch sowie einen Block 2 von 13.30 bis 17.30 Uhr. Bitte melden Sie ich online an unter info@klbb.ch.

Anmeldung und Detailprogramm unter: www.klbb.ch