Sozialversicherungen: Das ändert sich 2020

15.02.2020

Per Anfang Jahr trat das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) in Kraft. Diese und weitere Neuerungen finden Sie hier im Kurzüberblick.

1. Säule

  • Finanzierung der AHV: Erhöhung der Beiträge:
    Die vom Volk am 19. Mai 2019 angenommene Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF) tritt am 1. Januar 2020 in Kraft. Erstmals in über 40 Jahren wird der AHV-Beitragssatz für Arbeitnehmende um 0,3 Prozentpunkte angehoben – und zwar von 8,4 auf 8,7 Prozent. Die Erhöhung wird zur Hälfte von den Arbeitgebern und zur Hälfte von den Arbeitnehmenden getragen (je 0,15 Prozent).
  • Die auf dem Lohn erhobenen AHV/IV/EO/ALV-Beiträge belaufen sich damit 2020 auf 12,75 Prozent (gegenüber 12,45 Prozent im Jahr 2019). Selbstständigerwerbende tragen den Anstieg um 0,3 Prozentpunkte allein. Ihr AHV-Beitrag erhöht sich von 7,8 auf 8,1 Prozent bei Jahreseinkommen über 56900 Franken.
  • Für tiefere Einkommen gilt eine degressive Beitragsskala, die neu von 7,55 Prozent bis 4,35 Prozent reicht. Bei Jahreseinkommen von 9400 Franken oder weniger bezahlen Selbstständigerwerbende den AHV-Mindestbeitrag, der von 395 auf 409 Franken ansteigt.
  • Für Nichterwerbstätige wird der AHV/IV/EO-Mindestbeitrag von 482 auf 496 Franken pro Jahr erhöht, der Höchstbeitrag von 24100 Franken auf 24800 Franken.
  • In der freiwilligen AHV/IV beträgt der Mindestbeitrag neu 950 statt 922 Franken, der Höchstbeitrag 23750 statt 23050 Franken.

Berufliche Vorsorge

  • Mindestzinssatz: Der Mindestzinssatz in der obligatorischen beruflichen Vorsorge (BVG) bleibt 2020 unverändert bei 1 Prozent. Der seit 2017 geltende Satz von 1 Prozent ist der tiefste in der Geschichte der beruflichen Vorsorge der Schweiz.
  • Rentenanpassung: Auf den 1. Januar 2020 werden verschiedene Hinterlassenen- und Invalidenrenten der obligatorischen beruflichen Vorsorge erstmals an die Preisentwicklung angepasst. Renten, die 2016 zum ersten Mal ausgerichtet wurden, erhöhen sich um 1,8 Prozent, Renten der Jahre 2010, 2013 und 2014 um 0,1 Prozent.

Familienzulagen Basel-Stadt

Per 1. Januar 2020 erhöht der Kanton BaselStadt die Familienzulagen. Die neuen Zulagen
betragen pro Kind und Monat:

  • Kinderzulage: 275 Franken (bisher 200 Franken)
  • Ausbildungszulage: 325 Franken (bisher 250 Franken)

Die Erhöhung der Zulagen hat zur Folge, dass Erwerbstätige im Kanton Basel-Stadt neu Anspruch auf Differenzzulagen haben, sofern der andere Elternteil für dieselben Kinder in einem anderen Erwerbskanton tiefere Zulagen bezieht. Gegenüber den Nachbarkantonen Basel-Landschaft, Solothurn und Aargau beträgt die Differenz im Jahr 2020 75 Franken pro Monat.

Quelle: SOZIALE SICHERHEIT CHSS/ Arbeitgeberverband Basel