Für Ausbildungsbetriebe

25.05.2020

Finanzielle Unterstützung

  • Ausbildungsbetriebe, welche aufgrund der staatlichen Massnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in finanzielle Schwierigkeiten geraten und deren Lehrverhältnisse dadurch bedroht sind, können ausbezahlte Bruttolöhne an die Lernenden sowie Kosten für überbetriebliche Kurse geltend machen. In der Regel wird eine Voranmeldung auf Kurzarbeit verlangt, aber auch ohne entsprechende Bewilligung ist eine Unterstützung möglich. Eine solche Überbrückung kann längstens bis Juli 2020 andauern.
  • Hierzu hat der Kanton Basel-Stadt eine ausserordentliche Erhöhung des Fonds zu Bekämpfung der Arbeitslosigkeit (Krisenfonds) im Umfang von fünf Millionen Franken beschlossen. Diese Mittel dienen vorerst der Finanzierung von Löhnen und anderen Ausbildungskosten von Lernenden in Betrieben, die vom Coronavirus wirtschaftlich betroffen sind
  • Im Kanton Baselland hat der Regierungsrat beschlossen, dass die Löhne der Lernenden von Ausbildungsbetrieben, die sich in Kurzarbeit befinden, für die Monate März bis Juli 2020 im Umfang von 5 Millionen Franken vom Kanton übernommen werden.

Kurzarbeit für Lernende:

Die wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie in diesem Informationspapier (PDF) der nationalen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände.

Weitere Herausforderungen für Ausbildungsbetriebe

  • «Distance Learning»: Seit dem 16. März 2020 darf bis auf weiteres kein Präsenzunterricht mehr in den Schulen und den überbetrieblichen Kursen stattfinden. Die Berufsfachschulen und die Lernenden im Tertiär-B-Bereich nutzen seit dem 23. März Möglichkeiten des «distance learnings» (Fernunterrichts). In gewissen Branchen sind einzelne Lehrbetriebe stark belastet. Die kantonale Lehraufsicht kann deren Lernende vom Schultag befreien, sodass sie im Betrieb eingesetzt werden können. Das entsprechende Gesuchsformular und alle weiteren Informationen finden Sie auf www.lehraufsicht.bs.ch.
  • Betriebliche Bildung im Lehrbetrieb: Die Lehrbetriebe sind verpflichtet, die Schutzmassnahmen gemäss BAG auch für Lernende zu gewährleisten. Sind sie dazu nicht in der Lage, sind die Lernenden nach Hause zu schicken bzw. nach Möglichkeit mit Lernaufträgen ausserhalb des Lehrbetriebs zu beschäftigen. Lernende in Betrieben, die von einer temporären Schliessung betroffen sind, sind weiterhin schulpflichtig. Grundsätzlich dürfen Lernende Home-Office leisten. Die Kontrolle ist durch den Berufsbildner sicherzustellen.
  • Ruhende Lehrverträge: Wo eine Weiterführung der betrieblichen Ausbildung im Moment nicht möglich ist (beispielsweise, wenn ein Geschäft nicht öffnen kann), können die Lehrverträge vorübergehend ruhen. Das heisst für beide Parteien, dass fast alle vertraglichen Verpflichtungen in dieser Zeit nicht eingehalten werden müssen. Die Verpflichtung zur Lohnzahlung ist davon ausgenommen. Ein ruhendes Lehrverhältnis kann sofort und unbürokratisch wieder aktiviert werden, wenn die Situation dies zulässt. Betriebe, die eine Total- oder Teilschliessung vornehmen müssen, werden um eine kurze Mitteilung an lehraufsicht@bs.ch gebeten.
  • Qualifikationsverfahren (Lehrabschlussverfahren): An einem ausserordentlichen nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung vom 9. April 2020 haben sich Bund, Kantone und Sozialpartner auf eine schweizweit abgestimmte Lösung geeinigt: Für die praktische Arbeit wird pro berufliche Grundbildung eine schweizweit durchführbare Variante gewählt. Die schulischen Prüfungen in den Berufskenntnissen und der Allgemeinbildung finden nicht statt, es zählen die Erfahrungsnoten. Je nach Beruf soll eine praktische Prüfung oder eine Beurteilung der praktischen Leistungen durch den Lehrbetrieb durchgeführt werden.Ist es einem einzelnen Kanton aus epidemiologischen Gründen nicht möglich, für eine berufliche Grundbildung die praktische Prüfung so durchzuführen, wie es die zuständige Organisation der Arbeitswelt vorschlägt, kann er beim SBFI einen Antrag für eine Beurteilung der Leistungen durch den Lehrbetrieb stellen. Das SBFI entscheidet abschliessend. Hier besteht aus Sicht des Kantons Basel-Stadt zum jetzigen Zeitpunkt kein Anlass einen solchen Antrag zu stellen. Die praktischen Prüfungen werden in Basel-Stadt planmässig weitergeführt. Mögliche Anpassungen auf Basis der Eingaben der OdAs können dann berücksichtigt werden, wenn diese von Bund und Kantonen gutgeheissen wurden. Ziel ist, den Lernenden der beruflichen Grundbildung im Sommer 2020 ein angepasstes Qualifikationsverfahren zu ermöglichen, inklusive Berufsmaturität I und II. Überlappungen ins Schuljahr 2020/21 sollen aus organisatorischen Gründen vermieden werden.