Dem Mehrgelenkbus gehört die Zukunft

02.09.2020

Der Gewerbeverband Basel-Stadt spricht sich im Rahmen der Vernehmlassung zum ÖV-Programm 2022-2025 klar gegen die Erschliessung zusätzlicher Quartiere durch neue Tramlinien aus. Stattdessen ist verstärkt auf den Einsatz von Mehrgelenkbussen zu setzen. Diese sind im städtischen Raum flexibler, kostengünstiger und weniger schadensanfällig als schienengebundene Trams.

Der Schwerpunkt beim ÖV-Programm 2022-2025, dessen Vernehmlassungsfrist in diesen Tagen abläuft, liegt auf Angebotsoptimierungen bei verschiedenen Buslinien. So sollen unter anderem die Erschliessung des Bachgraben- und des Dreispitzareals verbessert werden und es ist eine neue Busverbindung zwischen dem Badischen Bahnhof und Muttenz geplant. Der Gewerbeverband Basel-Stadt stimmt den meisten dieser Massnahmen zu.

ÖV anders denken

Die leistungsfähige Erschliessung der Arbeitsplatzgebiete im gesamten Kanton ist ein wichtiger Faktor für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts. Die alle vier Jahre vom Grossen Rat zu genehmigenden ÖV-Programme sind daher immer auch eine Gelegenheit, Grundsatzfragen zur Zukunft des öffentlichen Verkehrs zu diskutieren. Eine dieser Fragen ist die künftige Rolle des Trams. Der Regierungsrat legt im vorliegenden Programm umfassend dar, wie sich unser Verständnis des öffentlichen Verkehrs durch die Zunahme an neuen Mobilitätsformen (zum Beispiel Sharing-Systeme), der Vollautomatisierung der Fahrzeuge (selbstfahrende Autos) und auch durch die neue S-Bahn-Struktur (Herzstück) fundamental verändern wird.

Das Tram hat gewichtige Nachteile gegenüber dem Bus

Angesichts dieser Überlegungen ist es für den Gewerbeverband Basel-Stadt unverständlich, weshalb der Regierungsrat auch langfristig auf zusätzliche Tramverbindungen setzt. Denn das Tram hat als Nahverkehrsmittel im städtischen Bereich gewichtige Nachteile. «Die Infrastruktur ist in Bau und Betrieb teuer, schadensanfällig und unflexibel. Dies belegt auch der neuste Netzzustandsbericht der BVB», führt Gewerbedirektor Gabriel Barell aus. Zu denken ist insbesondere an die Schienen-, aber auch an die Oberleitungsinfrastruktur.

Mehrgelenkbusse als ideale Ergänzung zur S-Bahn

Der Kanton plant seit Jahren zusätzliche Tramlinien, etwa durch das Klybeckareal, durch die Grenzacherstrasse oder als Ersatz für die Buslinie 30 über die Johanniterbrücke. Viele dieser Planungen verlaufen angesichts der verkehrstechnischen Herausforderungen schleppend. Der Gewerbeverband Basel-Stadt plädiert deshalb dafür, die entsprechenden Planungen abzubrechen und stattdessen verstärkt auf schienen- und oberleitungsungebundene Mehrgelenkbusse zu setzen. Dies auch mit Blick auf die sich fundamental verändernden Umsteigebeziehungen, welche sich durch die Verdichtung des S-Bahn-Netzes mit neuen Haltestellen sowie das Herzstück ergeben werden.