«Die Umsetzung im Betrieb ist eine Chance»

01.04.2021

Marco Lobsiger von der Lobsiger & Partner GmbH erklärt im Interview mit den «kmu news», wie Unternehmen von einem soliden Sicherheitsmanagement profitieren können und welche Vorteile die KMU-Kollektivlösung Arbeitssicherheit KLAS des Gewerbeverbandes Basel-Stadt und der Wirtschaftskammer Baselland bietet.

Marco Lobsiger von der Lobsiger & Partner GmbH

«kmu news»: Sie sind schon lange in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ASGS) tätig. Wie hat sich die Einstellung der KMU zu diesen Themen verändert?
Marco Lobsiger: Allgemein kann man feststellen, dass die Umsetzung heutzutage ernster angegangen wird. Es gibt zwar auch heute noch ASGS-Themen, die noch nicht vollumfänglich umgesetzt wurden. Wenn man aber heute auf einen solchen Missstand hinweist, sind die Unternehmen bemüht, diesen so rasch wie möglich zu beheben.

Warum darf ein KMU die Themen Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit nicht vernachlässigen?
Es gibt viele gute Gründe, beispielsweise auch rechtliche. Kein Unternehmen will sich rechtswidrig verhalten, da ansonsten bei einem Vorfall Klagen, Strafen oder sonstige rechtliche Auseinandersetzung drohen. Aber das Engagement im Bereich der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes sollte präventiv und aus eigener Motivation stattfinden. Ziel sollte der Aufbau einer Sicherheitskultur sein, welche die Mitarbeitenden dazu ermutigt, eigene Verbesserungsvorschläge einzubringen und Kollegen, die sich nicht sicherheitsgerecht verhalten, direkt darauf anzusprechen. So vermeidet man Unfälle sowie Ausfalltage. Dadurch spart ein Unternehmen Kosten und hat darüber hinaus motiviertere Mitarbeitende. Man sollte die Umsetzung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes als Chance erkennen und diese nutzen!

Wo sind die grössten Stolpersteine in der Umsetzung?
Bei unseren Sicherheitsaudits, welche wir regelmässig bei den angeschlossenen Betrieben der KMU-Lösung durchführen, stellen wir immer wieder fest, dass die Sicherheitsbeauftragten zwar motiviert sind und alle Vorgaben und Richtlinien einhalten wollen, aber die Ressourcen dazu fehlen oder das nötige Fachwissen nicht vorhanden ist. Dies hat zur Folge, dass die Umsetzung oft im Tagesgeschäft untergeht und liegen bleibt.

Der Gewerbeverband Basel-Stadt bietet zusammen mit der Wirtschaftskammer Baselland die KMU-Kollektivlösung Arbeitssicherheit KLAS an. KLAS arbeitet mit Ihrer Weblösung «safely» zusammen. Was zeichnet diese Weblösung aus?
Safely soll genau diejenigen Stolpersteine aus dem Weg räumen, welche bei der vorherigen Frage angesprochen wurden. Die Unternehmen erhalten eine Plattform, in der einerseits das Fachwissen abrufbar ist und andererseits können zahlreiche Vorgänge elektronisch durchgeführt oder rechtssicher dokumentiert werden. Durch eingebaute Automatismen, wie beispielsweise die intervallgesteuerten Checklisten für Gefährdungsbeurteilungen, werden die Benutzer wiederkehrend an die Umsetzung erinnert und erreichen so nebenbei eine erhöhte Rechtssicherheit. Dadurch gibt es keine Doppelspurigkeit und durch klare Prozesse wird der Ressourcenaufwand auf ein Minimum reduziert.

Wer ist in einem Betrieb für die Arbeitssicherheit verantwortlich?
Verantwortlich für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz ist immer der Geschäftsinhaber oder die Geschäftsleitung. Da dieses Themengebiet so umfangreich ist, kann die Geschäftsleitung einen Sicherheitsbeauftragten bestimmen, welcher die Geschäftsleitung bei der Umsetzung unterstützt und berät. Auch wenn ein Unternehmen einen Sicherheitsbeauftragten bestummen hat, bleibt die Gesamtverantwortung weiterhin bei der Geschäftsleitung. Der Sicherheitsbeauftragte ist nur in der Verantwortung gegenüber seinen Weisungen und fachlichen Aussagen die er trifft.

Das Aufgabengebiet eines Sicherheitsbeauf-tragten in einem Unternehmen ist gross. Welche Möglichkeiten bietet sich den SiBe zum Austausch und Weiterbildung?
Die KMU-Kollektivlösung bietet zum Beispiel Grundkurse für angehende Sicherheitsbeauftragte an. An dieser Ausbildung lernen die Teilnehmenden die relevanten gesetzlichen Grundlagen kennen und wie sie diese mit einfachsten Mitteln im Unternehmen gewährleisten können. Für SiBe, welche ihre Tätigkeit bereits ausüben, bieten wir die Erfahrungsaustausch-Tagungen (ERFA-Tagungen) an. Dort werden sie über Neuerungen informiert und können sich mit anderen Sicherheitsbeauftragten über ihre Erfahrungen, Problemstellungen und Lösungsansätze austauschen.

Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile der KMU- Kollektivlösung des Gewerbeverbandes Basel-Stadt und der Wirtschaftskammer Baselland?
Der Hauptvorteile liegt im Gesamtpacket der gebotenen Leistungen zu überschaubaren Kosten. Die Lösung ist speziell auf KMU zugeschnitten und bietet zum Beispiel unzählige Dokumentvorlagen, welche den Unternehmen viel Arbeit abnehmen und das nötige Fachwissen zur Verfügung stellen. Durch den Anschluss an die KMU-Kollektivlösung erhält man auch den Zugang zur Fachstelle, wodurch auf einfachste Weise der ASA-Beizug gemäss EKAS Richtlinie 6508 erfüllt ist. Das regelmässige Kursangebot sowie die mitgelieferte Webapplikation machen die Lösung schweizweit einzigartig.

* Marco Lobsiger ist Geschäftsführer und Inhaber in zweiter Generation des Familienunter-nehmens Lobsiger & Partner GmbH, welche seit 25 Jahren führender Berater im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ist.

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