Wieder fast normale Abschlussprüfungen

08.07.2021

Nach dem Frust-Jahr 2020, wo fast alle Qualifikationsverfahren abgesagt wurden, fanden dieses Jahr die Lehrabschlussprüfungen wieder regulär statt. Wenn auch noch mit zusätzlichen Schutzmassnahmen. Die «kmu news» haben mit zwei Chefexpertinnen und Chef-experten gesprochen.

Sven Reiniger, Chefexperte Augenoptiker: Dieses Jahr haben zwölf Lernende ihre Abschlussprüfungen zur Augenoptikerin oder zum Augenoptiker EFZ, absolviert. Für Sven Reiniger, Chefexperte der Qualifikationsverfahren, waren es unspektakuläre, weil normale Abschlussprüfungen. «Bis auf die Hygienemasken natürlich», ergänzt Sven Reiniger. «Wir sind total happy, dass wir dieses Jahr wieder das volle Prüfungsprogramm durchführen konnten.» 2020 sagte der Bundesrat aufgrund der Corona-Situation die praktischen und schriftlichen Prüfungen ab. «Die Prüfungen sind ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung in der Ausbildung», sagt Sven Reiniger und er ist überzeugt, dass es auch für die Absolventinnen und Absolventen wichtig ist, dass sie zeigen können, was sie in den letzten vier Jahren gelernt hätten. Dieses Jahr war nun endlich alles wieder normal. «Die Durchführung der Qualifikationsverfahren hat tadellos geklappt», berichtet Sven Rei-niger. Und er lobt die sehr gute Zusammenarbeit mit Reto-Baum-gartner, Prüfungsleiter der Qualifikationsverfahren Basel-Stadt und Leiter Berufsbildung des Gewerbeverbandes Basel-Stadt, und seinem Team. «Bei offenen Fragen erhalten wir umgehend eine Antwort; die Prüfungsleitung ist sehr engagiert.»

IRENE BINGGELI, MONTAGE-ELEKTRIKER/-IN EFZ

Die Montage-Elektrikerinnen und Montage-Elektriker konnte als eine der wenigen Branchen auch im letzten Jahr die praktischen Abschlussprüfungen absolvieren – unter Einhaltung eines strengen Schutzkonzeptes. «Für die diesjährigen Prüfungen haben wir dieses Konzept beibehalten», erklärt Chefexpertin Irene Binggeli (ETAVIS Kriegel + Schaffner AG). Konkret waren deshalb insgesamt vier Kurslokale nötig. Die maximale Zahl der Absolvierenden in einem Raum betrug sechs statt zwölf; zwischen ihnen blieb immer eine Montagebox leer. «Wir werden dies auch nach Corona so beibehalten», betont Irene Binggeli. «Die Arbeitsatmosphäre ist viel ruhiger und die Konzentration auf die eigene Arbeit höher. Auch für die Expertinnen und Experten wird die Kontrollarbeit dadurch erleichtert.» Neu in diesem Jahr war nur, dass die schriftlichen Prüfungen erstmals im Kuspo Münchenstein durchgeführt worden sind. «So konnten alle 88 Ab-solvierenden die Prüfung gleichzeitig starten», berichtet Binggeli. Etwas ist der Chefexpertin auf-gefallen: «Die Masken waren in diesem Jahr kein Thema mehr. Letztes Mal wurde dies von den Absolventinnen und Absolventen oft als störend und problematisch gesehen. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt.»