So will Bettingen den Dorfladen retten

15.06.2022

Seit Beginn des laufenden Jahres sucht die Gemeinde Bettingen
händeringend einen Betreiber oder eine Betreiberin für den Dorfladen. Aufgrund der Covid-19-Situation und der damit einhergehend erschwerten wirtschaftlichen Lage hat der ursprüngliche Betreiber den Vertrag gekündigt. Die Kündigung kam überraschend, sagt Eva Biland, Projektleiterin «Dorfladenhybrid
Bettingen».

So könnte der «Dorfladenhybrid Bettingen» aussehen. Visualisierung: Margarete Hilfinger, dipl. Architektin FH SIA.

Eva Biland, Projektleiterin

«kmu news»: Frau Biland, warum ist es wichtig, dass Bettingen weiterhin den Dorfladen hat – in einer Zeit, in der die Leute immer mehr auch online einkaufen?
Eva Biland: In Bettingen leben auch immer mehr ältere Personen, welche die Gewohnheit gerne pflegen, ihre Einkäufe im Dorfladen zu tätigen. Der Dorfladen ist nicht nur Ort der Grundversorgung, sondern auch ein wichtiger Ort für Begegnungen – das vorgesehene Hybridmodell mit Bistro – inklusive Garten – und Postcounter soll dieses Konzept des sozialen Treffpunkts unterstreichen. Bettingen weist auch einen zunehmenden Anteil an Tagesgästen auf – Spaziergänger, Velosportler, Angestellte von lokalen Betrieben und der Schule etwa. Für sie alle bleibt ein Dorfladen-Café ebenfalls attraktiv.

Was hat die Kündigung des früheren Ladenbetreibers in Bettingen ausgelöst?
Die Vertragskündigung des Erstbetreibers kam für die Gemeinde Bettingen überraschend. Die Lancierung eines zweiten Ausschreibungsverfahrens hat Sorgen in der Bevölkerung geweckt, welche durch die aktuellen Umstände um die Existenz des Dorfladens fürchtet.

Welches sind die Anforderungen an potenzielle Betreiberinnen oder Betreiber?
Ein potenzieller Betreiber sollte Freude an der dörflichen Atmosphäre haben. Der Erfolg des Betriebs steht und fällt mit der Schlüsselperson. Je besser diese auf die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung eingehen kann, desto stärker kann sich ein Hybrid aus Laden, Bistro und Postcounter im Dorf positionieren. Der Betrieb des Postcounters setzt als Anforderung voraus, dass der Betreiber eine juristische Person ist und einen Betrieb während der Werktage garantieren kann.

Mit welchen Rahmenbedingungen kann der Betreiber oder die Betreiberin rechnen?
Die Gemeinde Bettingen bietet attraktive Konditionen, das Laden-Café-Lokal befindet sich in einer Gemeindeliegenschaft und wird in den kommenden Monaten komplett saniert, damit die Infrastruktur den Anforderungen an einen Hybridbetrieb gerecht wird.

Visualisierung: Margarete Hilfinger, dipl. Architektin FH SIA.

Ladengeschäft, Bistro und Postcounter kombiniert: Mit diesem Hybridmodell will die Gemeinde Bettingen den Dorfladen retten. Interessierte potenzielle Betreiberinnen und Betreiber können sich bei Gemeindeverwalterin Katharina Näf Widmer per E-Mail unter katharina.naef@bettingen.ch oder telefonisch unter 061 267 00 97 melden. Die Projektverantwortlichen stehen für persönliche Gespräche zur Verfügung.