2021 brachte fundamentale Änderungen

20.07.2022

Auch bei der BG Mitte, Bürgschaftsgenossenschaft für KMU, hat die Generalversammlung aufgrund der Corona-Pandemie erstmals seit 2019 wieder physisch stattgefunden. Rund 100 Genossenschafterinnen und Gäste fanden sich anlässlich der Jahresversammlung im Mai im Heimatmuseum in Reinach ein.

«Das Bürgschaftswesen ist von grosser Bedeutung für den Kanton Basel-Landschaft – aber auch für die ganze Region.» Dies sagte der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Thomas Weber in seiner Grussbotschaft an der Generalversammlung der BG Mitte, Bürgschaftsgenossenschaft für KMU, vom 18. Mai 2022 im Heimatmuseum Reinach. Präsident Markus Grütter erläuterte den rund 100 Anwesenden, welch fundamentale Veränderungen die Organisation in den beiden vergangenen Jahren erfahren hat. Nebst organisatorischen Änderungen im Präsidium und der Direktion hat das Covid-19-Kreditprogramm das Geschäftsfeld der BG Mitte und der drei weiteren vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) anerkannten Bürgschaftsorganisationen in der Schweiz massiv erweitert. Botschafter Eric Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung beim SECO, lobte in seiner Ansprache explizit das entsprechende Engagement: «Was geleistet wurde, ist historisch. Es übertrifft die vergangenen Jahre bei Weitem.» Gemeindepräsident
Melchior Buchs würdigte den GV-Veranstaltungsort und verwies in aller Kürze auf verschiedene Erfolgsgeschichten.

Zugang zu Fremdkapital
Der Kernauftrag der Bürgschaftsorganisationen ist die Verbürgung von Bankkrediten, damit KMU einfacheren Zugang zu Fremdkapital erhalten. Die BG Mitte erfüllt diesen Auftrag in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn, Jura, Bern, Luzern, Obwalden und Nidwalden. Ein gutes Beispiel, was Bürgschaftskredite bewirken können, bot sich gleich an der GV selbst. Den feinen Apéro, der bei den Anwesenden auf ausserordentlich guten Zuspruch stiess, hatte nämlich Silvan Gaugler, Inhaber der Bäckerei Berger in Augst, geliefert. Ein verbürgtes Darlehen der BG Mitte hatte es ihm ermöglicht, die Bäckerei und Konditorei Berger vor 17 Jahren zu übernehmen. Heute verfügt die Bäckerei-Konditorei über fünf Standorte – neben dem Hauptgeschäft werden also noch weitere vier Filialen betrieben. Silvan Gaugler bedankte sich anlässlich der GV herzlich bei der BG Mitte für die Unterstützung in den Anfangsjahren seiner beruflichen Karriere.

Knapp 80 Millionen Franken
Dass Bürgschaften auch heute noch sehr gefragte Instrumente für die Absicherung von Krediten darstellen, zeigte Valentin Werlen, Direktor der BG Mitte, anhand der Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahrs. 2021 gingen bei der BG Mitte 55 Bürgschaftsgesuche ein. Davon wurden 42 bewilligt. Damit wurden Kredite im Umfang von 17,7 Millionen Franken verbürgt. Das dadurch ausgelöste Investitionsvolumen beläuft sich auf knapp 80 Millionen Franken. Der positive Einfluss des Bürgschaftswesens auf Investitionen und die Schaffung oder den Erhalt von Arbeitsplätzen ist somit auch im vergangenen Jahr deutlich sichtbar. Der Bestand an Bürgschaften bei der BG Mitte präsentiert sich relativ konstant. Er lag Ende 2021 bei 58,5 Millionen Franken, verteilt auf 272 verschiedene Bürgschaftsnehmer. Die im Geschäftsbericht ausgewiesene Netto-Verlustquote von 1,1 Prozent (es handelt sich um den Nettobetrag honorierter Bürgschaften nach erzielten Wiedereingängen) bewegte sich weit unter der vom SECO vorgegebenen maximalen Bandbreite.

Optimierte Abläufe
In Zusammenarbeit mit dem SECO, den Banken und weiteren Partnern wurden im Jahr Eins nach Gewährung der sogenannten Covid-19-Kredite zahlreiche Prozesse etabliert und Abläufe optimiert. Im Rahmen des Covid-19-Solidarbürgschaftsgesetzes übernehmen die Bürgschaftsorganisationen viele Aufgaben bei der Bewirtschaftung und Abwicklung der Bürgschaften sowie bei der Missbrauchsbekämpfung. Bereits im Vorjahr konnten sich dank der Covid-19-Kredite der Bürgschaftsgenossenschaft BG Mitte tausende KMU über die Pandemiezeit hinwegretten. Innert Wochen hatte sich damals die Kundenbasis von rund 300 auf gut 28 000 (!) erhöht. Dies entspricht fast dem Hundertfachen. Für die Bürgschaftsgenossenschaften war das Kreditprogramm in vielerlei Hinsicht Neuland. Noch immer gilt es darum laufend, neue Themen zu klären und gemeinsam mit den Partnern zu lösen.

Wirkungsvolles Werkzeug
Insbesondere in der Zeit der Covid-19-Pandemie zeigte sich, dass das Instrument des Bürgschaftswesens ein wirkungsvolles wirtschaftspolitisches Werkzeug für die KMU ist. Zweifellos haben Bürgschaften das Potenzial, sich noch besser zu entfalten. «Zusammen mit den Partnern aus der Finanzbranche und der öffentlichen Hand wird die BG Mitte auch in Zukunft einen wertvollen Beitrag für eine prosperierende und gesunde KMU-Landschaft leisten», sagte Markus Grütter, welcher zum Schluss Urs Baumann für seine erfolgreiche Tätigkeit während 37 Jahren im Bürg-
schaftswesen dankte.

Infos im Internet zum Covid-19-Kreditprogramm:
covid19.easygov.swiss

*Von Philipp Spichty,
Verwaltungsrat BG Mitte