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Basel2037: Klimaschutz rechnet sich für KMU

Basel2037: Klimaschutz rechnet sich für KMU

Am Jahresanlass von Basel2037 lancierten Gewerbeverband und Kanton die Initiative «25 für Netto-Null». Drei Basler Betriebe zeigten, wie es geht.

«Die Welt brennt ja. Wortwörtlich», stellte Sängerin Anna Rossinelli gleich zu Beginn im voll besetzten Basler Kulturclub Atlantis am Klosterberg klar. Sie eröffnete den Jahresanlass des Vereins Basel2037 mit ihrer Band.

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Vereinsgründung zogen die beiden Co-Geschäftsführerinnen Michaela Reimann und Celestina Rogers im Basler Traditionslokal eine erste Bilanz. Nachdem die Stimmbevölkerung den Absenkpfad auf das Jahr 2037 bestimmte, bedeutet dies für die Betriebe eine enorme Beschleunigung bei Investitionen und Betriebsabläufen.

Investitionen dank Basler Standortpaket

Dass ökologisches Handeln und wirtschaftlicher Erfolg keine Gegensätze sein dürfen, machten die Trägerorganisationen deutlich. Regierungsrat Kaspar Sutter betonte die Wirkung der kantonalen Fördergelder: «Das Basler Standortpaket erlaubt gezielt die Unterstützung von KMU bei Massnahmen zum Klimaschutz.»

Für die kommenden zwölf Monate wünscht sich der Wirtschaftsminister, dass Basel seine Attraktivität mit der Nachhaltigkeit weiter ausbaut und als Vorbild aufzeigt, dass Netto-Null mit gemeinsamer Anstrengung ein Gewinn für die ganze Region ist. «Und ich wünschte mir, dass wir auch alle jene KMU erreichen, die wir bisher noch nicht erreicht haben», so Sutter.

Ohne KMU geht es nicht

Reto Baumgartner, Direktor des Gewerbeverbands Basel-Stadt, unterstrich die Haltung der Wirtschaft: «Für den Gewerbeverband Basel-Stadt war von Anfang an klar, dass die KMU Teil der Lösung sein müssen. Ohne sie können wir die ambitionierten Klimaziele nicht erreichen.» Mit den Förderungen aus dem Basler Standortpaket lohne sich Klimaschutz für Unternehmen in Basel. Das sei entscheidend. «Klimaschutz rechnet sich für KMU», sagte Baumgartner.

«25 für Netto-Null»

Um den Gewerbetreibenden funktionierende Beispiele aufzuzeigen, lancierten Kanton und Gewerbeverband an diesem Abend die Kampagne «25 für Netto-Null». Die Idee: 25 ausgewählte Basler Firmen dokumentieren ihre Bemühungen, ihre Erfolge und die Hürden im betrieblichen Alltag. Es gehe nicht um makellose Hochglanzkonzepte, betonten die Verantwortlichen, sondern um ehrliche Einblicke in Prozesse und Investitionsentscheide. Die ersten drei Unternehmen wurden in kurzen Videoporträts und anschliessenden Gesprächen präsentiert.

Securitas Basel setzt auf erneuerbare Energie

So zeigte Matthias Gnehm von Securitas Basel auf, wie der Sicherheitsdienstleister trotz harter Margen in der Dienstleistungsbranche konsequent auf erneuerbare Energie und Infrastruktur setzt: «Ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit ist unumgänglich. Und es braucht Investitionen, aber die rechnen sich am Ende.»

Gremper AG passt Lieferketten an

Bei der Gremper AG steht die Lieferkette im Fokus. Geschäftsführerin Cilgia Gremper berichtete von der Umstellung im Druckereigeschäft: «Wir pflegen langjährige Partnerschaften. Als wir erfuhren, dass unsere Druckfarben neu in Asien hergestellt werden sollten, haben wir gemeinsam nach Lösungen gesucht und sind auf europäische Anbieter ausgewichen.»

Sonnwende modernisierte Fahrzeugflotte

Florin Schaffner, Geschäftsführer der Sonnwende GmbH, sprach über die betriebliche Mobilität. Seine Flotte fährt elektrisch. «E-Autos laufen hervorragend, sie machen richtig Spass», so Schaffner. Entscheidend sei jedoch im KMU-Alltag die Ladeinfrastruktur: «Wir haben bei Mitarbeitenden zu Hause Ladestationen installiert, damit die Fahrzeuge über Nacht geladen werden.»

Gemeinschaftsprojekt Labblog

Ergänzend stellte Andreas Meyer von der Emil Landsrath AG das Logistikprojekt Labblog vor, das gemeinsam mit der KurierZentrale, der Waser AG und der OST Baustellenfahrten in der Innenstadt reduziert. Statt eigener Transporterfahrten deponieren die Handwerksbetriebe standardisierte Baustellenboxen vor Ort. Die Belieferung und der Nachschub mit Kleinteilen erfolgen bedarfsgerecht über Velokuriere, koordiniert über eine zentrale Logistik-App. Das System spart Fahrten, entlastet die Basler Quartierstrassen und reduziert Standzeiten für Handwerkerinnen und Handwerker.

Nach den Fachbeiträgen nutzten die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer beim Apéro Riche die Gelegenheit, eigene Erfahrungen auszutauschen und Kontakte für anstehende Investitionen zu knüpfen.