27.05.2026
Finanzielle Unterstützung für Basler KMU
Das Basler Standortpaket bietet KMU Unterstützung für Elternzeit, Klimaschutz und Innovation.
Der Kanton Basel-Stadt fördert mit dem Basler Standortpaket unternehmerisches Engagement. Im Interview erklärt Alen Zulji, Leiter der Abteilung Basler Standortpaket, wie Unternehmen finanzielle Beiträge für zusätzliche Elternzeit, CO2-Reduktion, Energieeffizienz oder Innovationen erhalten.
«kmu news»: Alen Zulji, was ist das Basler Standortpaket und was bringt es den KMU?
Alen Zulji: Das Basler Standortpaket bietet gezielte finanzielle Unterstützung für Unternehmen, die in Innovation, Elternzeit oder Klimaschutz investieren. Damit fördert der Kanton unternehmerisches Engagement in zentralen Zukunftsbereichen, unkompliziert und wirtschaftsnah.
In welchen Bereichen kann ein KMU Fördergelder beantragen?
Grundsätzlich können KMU im Rahmen des Basler Standortpakets in allen drei Förderbereichen Unterstützung beantragen. Im Förderbereich Elternzeit erhalten Unternehmen Beiträge für bis zu drei Wochen zusätzliche Elternzeit pro Mitarbeitenden. Im Förderbereich Umwelt werden Investitionen in den Klimaschutz über massnahmen- und klimaberichtbasierte Beiträge unterstützt. Und im Förderbereich Innovation werden Personalaufwendungen, Abschreibungen auf Anlagen sowie klinischen Studien gefördert. Dies setzt jedoch eine nachweisliche Ausrichtung auf Innovation beziehungsweise F&E voraus und ist deshalb nur für einen Teil der KMU relevant.
Wie wird die Elternzeit im Rahmen des Basler Standortpakets konkret gefördert?
Gefördert werden maximal drei Wochen freiwillig gewährte Elternzeit, die über die gesetzlichen 14 Wochen bei Müttern und 2 Wochen bei Vätern oder Adoption hinausgehen. Nehmen wir an, im letzten Jahr hat ein KMU seinen Mitarbeitenden nach der Geburt eines Kindes während zwei zusätzlichen Wochen Elternzeit den Lohn weiter ausbezahlt. Das Unternehmen erhält durch das Basler Standortpaket für diese Zeit 80 Prozent des Einkommens – maximal 220 Franken pro Tag – der Mitarbeitenden zurück.
Welche Unterstützung erhalten KMU bei Investitionen im Umweltbereich?
Gefördert werden bereits umgesetzte Massnahmen, die entweder die direkten Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren oder die Energieeffizienz spürbar verbessern. Ein Beispiel: Eine Bäckerei hat ihre Produktionsbeleuchtung in Basel auf energieeffiziente LED-Leuchtmittel umgestellt und gleichzeitig Gasbacköfen durch elektrische Modelle ersetzt. Dadurch sinken sowohl der Energieverbrauch als auch die CO2-Emissionen. Die Investitionskosten für diese beiden Massnahmen können nachträglich mit bis zu 50 Prozent durch das Basler Standortpaket gefördert werden.
Wird auch der Umstieg auf Elektrofahrzeuge wie E-Autos oder E-LKWs gefördert?
Ja, sofern ein bestehendes Fahrzeug ersetzt wird. Unterstützt wird der Wechsel von fossil betriebenen Firmenfahrzeugen auf Elektrofahrzeuge, wenn diese geschäftlich genutzt werden. Auch hier werden bis zu 50 Prozent der Investitionskosten übernommen.
Lohnt sich der Aufwand für ein KMU?
Ein Antrag lohnt sich für Unternehmen jeder Grösse: Die Fördergelder entlasten das Budget, schaffen Spielraum für weitere Investitionen und stärken die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber. Der Aufwand für die Gesuchseinreichung ist im Verhältnis zu den möglichen Förderbeiträgen überschaubar.
Wie und bis wann können Unternehmen ein Gesuch stellen?
Anträge können bis zum 30. Juni 2026 eingereicht werden. Voraussetzung dafür ist, dass das KMU im ePortal Basel-Stadt registriert ist. Zudem muss die Person, die das Gesuch einreicht, im Unternehmenskonto freigeschaltet werden und von AGOV authentifiziert sein. Der Prozess ist unkompliziert: Viele Personen in Basel-Stadt kennen die AGOV-Authentifizierung bereits aus dem Steuerportal. Die Links zu den Gesuchsformularen findet man auf der Webseite des Basler Standortpakets.