30.10.2025
Der Umstieg lohnt sich
Der Kanton fördert den Umstieg auf Elektrofahrzeuge finanziell. E-Autos sind effizient und wirtschaftlich attraktiv, sagt Martin Flückiger, Verkaufsleiter Van bei Kestenholz Automobil AG in Pratteln.
Seit wann verkaufen Sie E-Fahrzeuge, und was hat Sie damals dazu bewegt, in dieses Segment einzusteigen?
Martin Flückiger: Ich persönlich bin bereits seit rund zehn Jahren mit dem Thema Elektromobilität vertraut. Schon während meines Wechsels vom Mechaniker zum Verkaufsberater und später zum Verkaufsleiter hatte ich die Möglichkeit, erste Elektrofahrzeuge zu testen und auch selbst einzusetzen. Auch wenn die Modelle damals noch in den Anfängen steckten, zeigten sie bereits grosses Potenzial. Das hat mich überzeugt, diesen Weg konsequent zu begleiten.
Wie hat sich die Nachfrage nach E-Fahrzeugen bei Unternehmen in den letzten Jahren bei Ihnen entwickelt?
Die Nachfrage hat sich stark gewandelt. Früher war Elektromobilität vor allem ein Thema für Pioniere und innovative Unternehmen. Heute sind die Fahrzeuge technisch so weit, dass sie in vielen Bereichen problemlos eingesetzt werden können. Das hat den Markt geöffnet, und wir sehen ein stark wachsendes Interesse quer durch verschiedene Branchen.
Was überzeugt die meisten Unternehmen letztlich, sich für ein E-Fahrzeug zu entscheiden?
Entscheidend ist die Preiskorrektur der letzten Jahre. Heute sind Elektrofahrzeuge effizient und wirtschaftlich attraktiv. Zusammen mit tieferen Betriebskosten und der Chance, den Fuhrpark nachhaltiger aufzustellen, entsteht ein Gesamtpaket, das viele Unternehmen überzeugt – auch als Investition in die Zukunft.
Wie beurteilen Sie die Wirtschaftlichkeit von E-Fahrzeugen – rechnet sich der Umstieg für die Unternehmen wirklich?
In den meisten Fällen rechnet sich der Umstieg, vorausgesetzt das Einsatzprofil passt. Besonders profitieren Betriebe mit innerstädtischen oder planbaren Routen: Energiekosten sind tiefer als beim Diesel / Benziner, Wartung günstiger, Förderungen verfügbar. Wir analysieren mit den Kunden ihren Fuhrpark und zeigen, wo E-Mobilität Mehrwert bringt. Oft entstehen schon nach kurzer Zeit echte Kostenvorteile.
Welchen Rat geben Sie anderen Garagen oder Kunden, die noch zögern?
Mein Rat: Elektromobilität einfach ausprobieren. Viele Bedenken verschwinden, sobald ein Fahrzeug im Alltag getestet wird. Kunden empfehle ich ein Pilotfahrzeug, um Erfahrungen zu sammeln, ohne gleich den ganzen Fuhrpark umzustellen. Garagen sollten ihr Know-how aufbauen und die Kunden aktiv begleiten – wer jetzt einsteigt, sichert sich wichtiges Wissen und bindet langfristig seine Kundschaft.
Viele KMU hatten lange Bedenken, ob Elektrofahrzeuge für ihren Alltag überhaupt taugen. Inzwischen hat sich die Technik stark weiterentwickelt. Sind diese früheren Vorbehalte aus Ihrer Sicht für KMU heute noch relevant?
Die meisten Vorbehalte sind überholt: Reichweiten sind gestiegen, die Ladeinfrastruktur wird laufend besser, und gesetzliche Anpassungen haben die Einsatzmöglichkeiten erweitert. Viele KMU können heute problemlos Teile ihres Fuhrparks elektrifizieren, besonders bei regionalen Fahrprofilen. Nur bei sehr langen Distanzen hat der Diesel noch Vorteile. Für die Mehrheit lohnt sich der Einstieg: wirtschaftlich und nachhaltig.