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Kreislaufwirtschaft als Schlüssel zur Entwicklung

Kreislaufwirtschaft als Schlüssel zur Entwicklung

Ein Anlass in der Kuppel Basel zeigte praxisnah, wie Basler KMU Ressourcen effizienter nutzen und Wettbewerbsvorteile sichern können.

Rund 100 Gäste versammelten sich am Donnerstag, 5. März 2026, in der Kuppel Basel am Nachtigallenwäldeli. Der Gewerbeverband Basel-Stadt hatte gemeinsam mit BaselCircular zum Austausch über nachhaltige Geschäftsmodelle eingeladen.

Reto Baumgartner, Direktor des Gewerbeverbandes, stellte gleich zu Beginn klar: «Kreislaufwirtschaft bringt Unternehmen Wettbewerbsvorteile». Basler KMU seien bereits weiter als oft vermutet, doch es gebe noch Luft nach oben. Das Ziel sei simpel: Kosten senken und Material besser nutzen.

Praxisbeispiele und lokale Synergien

Stéphanie Estoppey von Studiocolony präsentierte unter anderem Einblicke in innovative Materialien wie Tische aus Pilzsporen oder einen Bürostuhl, dessen Polsterung sich separat reinigen lässt. Damit kann die Lebensdauer des Produkts um ein Vielfaches verlängert werden. Zum Einsatz kam bei dem innovativen Produkt auch Technologie aus der Automobilindustrie.

Dass Kooperation der Schlüssel zum Erfolg ist, betonte Göknur Bektas von GÖBEK. Er berichtete von einem Pilotprojekt auf dem Dreispitzareal: Drei Unternehmen haben sich zusammengeschlossen, um durchsichtige Kunststoff-Folien gemeinsam zu sammeln und zu pressen. Bektas hielt fest, dass Unternehmen gerne bereit seien mitzuwirken, sofern ein kluges Konzept vorliege. Der Analysebericht zur stofflichen Verwertung zeigte jedoch auf, dass bei Gewerbeabfällen noch viel Potenzial brachliegt.

Die Psychologie der Entscheidung

Als Keynote-Speaker trat Andreas Koch auf, bekannt als «Die Pfeife». Der ehemalige internationale Eishockey-Schiedsrichter zog Parallelen zwischen dem Sport und der Kreislaufwirtschaft. Er sprach darüber, wie man unter Druck die richtige Entscheidung trifft und die Angst vor Fehlern überwindet. In der Interaktion mit dem Publikum unterstrich er die Bedeutung der eigenen Einstellung: «Was man ausstrahlt, kommt zurück. Und zwar 1:1».

Hürden im Baugewerbe überwinden

Ein Drittel der CO2-Emissionen entsteht im Baubereich. Stephanie Csendes (BaselCircular) und Karin Sidler (Circla) stellten eine Studie zum «ReUse» in der Bauindustrie vor. Trotz Hemmschuhen wie Haftungsfragen oder Logistikprozessen sei die Kreislaufwirtschaft ein entscheidender Faktor.

Karin Sidler riet den Anwesenden: «Mehr Unabhängigkeit von Lieferketten dank Kreislaufwirtschaft. Das minimiert das Risiko». Ihr Tipp für die Praxis: Im Kleinen anfangen, es müsse nicht von Beginn an alles perfekt sein.

Den Abschluss machte die Vorstellung der Beratungsangebote von BaselCircular und Basel2037 durch Carole Tornay. Beim anschliessenden Apéro nutzten die Teilnehmenden die Zeit bis 21 Uhr für intensives Networking und den direkten Austausch mit den Referierenden.

 

Unterstützung für Basler KMU

BaselCircular und Basel 2037 bieten finanzielle Förderungen und Fachberatungen in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Netto-Null an. Die Angebote gliedern sich in drei Kernbereiche:

Beratung

  • Erstberatung Nachhaltigkeit: Kostenlose 90-minütige Analyse vor Ort durch Basel 2037 inklusive Massnahmenplan und einem Beratungsgutschein über 700 Franken.
  • Kreislaufwirtschafts-Beratung: Fachunterstützung durch Reffnet-Experten zur Ressourceneffizienz. BaselCircular übernimmt 40 Prozent der Kosten (maximal 1650 Franken).
  • KMU-Förderprogramm: Jährlich zehn kostenlose Plätze für eine begleitete Umsetzung von Nachhaltigkeitsvorhaben. Bewerbung bis 15. März 2026 möglich.

Bildung

  • Weiterbildung: BaselCircular finanziert 50 Prozent der Kosten für CAS oder vergleichbare Formate im Bereich Innovation und Kreislaufwirtschaft (maximal 4000 Franken pro Person).

Projekte

  • Projektförderung: Unterstützung für praxisnahe oder experimentelle Vorhaben mit Nutzen für die Basler Wirtschaft durch BaselCircular. Erstes Zeitfenster für Eingaben: 15. März bis 15. April 2026.
  • Partnerschaften: Basel 2037 leistet Anschubfinanzierung für innovative Kooperationen, an denen mindestens drei Unternehmen beteiligt sind.

Weitere Infos
www.baselcircular.ch
www.basel2037.ch