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Mit Mut zum Kurs und zum Neuanfang

Mit Mut zum Kurs und zum Neuanfang

An einem Abend im August entdeckte Charlotte Strübin im Tram eine Werbung für den Kurs «Fit für den Wiedereinstieg» – und der Gedanke an eine Rückkehr ins Berufsleben wurde greifbar. Fünf Tage später sass sie bereits im Kurs und nur wenige Zeit danach hatte Charlotte ihren ersten Arbeitstag.

Heute arbeitet die gelernte Goldschmiedin und Designerin im Büro von Alzheimer beider Basel. Dort ist sie für die Kursverwaltung, das Controlling und die Evaluation zuständig, organisiert Anlässe, ist Ansprechperson für externe Kontakte und unterstützt die Geschäftsleiterin. «Alles, was anfällt, landet erst einmal bei mir», sagt sie lachend – und genau diese Abwechslung gefällt ihr besonders.

Was hat Ihnen der Kurs konkret gebracht – fachlich, aber auch persönlich?
Der Kurs hat mich mit anderen Frauen zusammengebracht und mir gezeigt, wie ich meine Stärken besser präsentieren kann. Vieles, was wir besprochen haben, war mir zuvor gar nicht bewusst. Besonders schön ist, dass ich dort auch tolle Frauen kennengelernt habe, mit denen ich bis heute in Kontakt stehe – das ist keineswegs selbstverständlich.

Wie kam der Kontakt zu Alzheimer beider Basel zustande?
Alzheimer beider Basel meldete sich auf den Aufruf in den «kmu news» bei Tamara Hunziker. Sie hat mich dann auf die Stelle aufmerksam gemacht. Gleichzeitig kannte eine gute Freundin die Geschäftsleiterin und hat ein gutes Wort für mich eingelegt. An einer Veranstaltung habe ich Frau Donati zudem persönlich getroffen und dort mein Interesse gezeigt.

Wie war Ihr Einstieg in die neue Stelle?
Die ersten Tage waren geprägt von vielen «oha!»- und «schaffe ich das?»-Momenten. Meine Chefin hat sich viel Zeit genommen, mich gründlich eingeführt und mir die Sicherheit gegeben, jederzeit Fragen stellen zu können. Auch die Mitarbeiterinnen haben mich herzlich aufgenommen. Überall ist spürbar, mit wie viel Einsatz hier für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen gearbeitet wird. Besonders beeindruckt hat mich das Prinzip der offenen Tür, das von den Besuchenden sehr geschätzt wird. Ich empfehle allen, die Fragen zu diesem Thema haben, uns zu besuchen.

Was würden Sie anderen Frauen sagen, die mit dem Gedanken spielen, wieder ins Berufsleben einzusteigen?
Nach meiner Erfahrung wirkt es sich positiv auf das Familienleben aus. Haushalt und Kinder beanspruchen viel Zeit, doch diese Arbeit wird oft nicht wahrgenommen. Früher habe ich selbst gesagt: «Nein, ich arbeite nicht, ich bin nur daheim.» Dieses «nur» ist Unsinn – wer zu Hause für die Kinder da ist, trägt eine grosse Verantwortung. Heute schätze ich es sehr, dass wir die Aufgaben in der Familie aufteilen können. Für mein Kind ist es wichtig zu sehen, dass sich Familie und Beruf verbinden lassen – auch wenn es manchmal nicht ganz einfach ist.

 

Drei Fragen an Stephanie Donati, Geschäftsleiterin Alzheimer beider Basel

Für Charlotte Strübin war der Kurs «Fit für den Wiedereinstieg» der Türöffner zurück ins Berufsleben. Heute gehört sie fest zum Team von Alzheimer beider Basel. Wie dieser Einstieg aus Sicht der Arbeitgeberin verlaufen ist und weshalb solche Programme für die Region wichtig sind, erzählt Geschäftsleiterin Stephanie Donati im Gespräch:

Was hat Sie überzeugt, einer Bewerberin nach einer Pause eine Chance zu geben?

Ich habe Charlotte Strübin nicht als «Wiedereinstiegerin» betrachtet, sondern sie kam an eine Veranstaltung, wo ich einen Vortrag hielt, auf mich zu und sagte, sie habe sich bei Alzheimer beider Basel beworben. Sie tat dies unaufgeregt, authentisch und neugierig, und ihre Bewerbungsunterlagen bestätigten diesen Eindruck. Hier sprach eine Person, die sich auf Neues einlassen kann und eine Sensibilität für unsere Zielgruppe zeigte. Menschen, die unterschiedliche Wege gehen und ihre Chancen ergreifen, passen zu mir.

Wie sind Sie auf Charlotte Strübin aufmerksam geworden?

Durch meinen Ehemann, der die kmu news las und wusste, dass ich jemand suche.

Welche Bedeutung haben solche Programme aus Ihrer Sicht für die Wirtschaft und für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in der Region?

Ich persönlich habe meine Arbeitstätigkeit nie unterbrochen und habe dennoch den Eindruck, dass solche Programme sehr wichtig sind. Innerhalb weniger Jahre verändert sich viel – sei es die Art und Weise, wie Bewerbungen geschrieben werden, worauf der Fokus liegt oder wie Bewerbungsprozesse ablaufen. Solche Programme machen Mut, die eigenen Grenzen zu überschreiten.