30.07.2026
Früherer Arbeitsbeginn: Vorstoss für besseren Hitzeschutz auf Baustellen
Wenn das Thermometer auf 39 Grad klettert, wird körperliche Arbeit unter freiem Himmel zur Belastungsprobe. Ein neuer Vorstoss im Grossen Rat, unterstützt von SP bis SVP, will das ändern. Der Gewerbeverband Basel-Stadt sowie der Verband Bauunternehmer Region Basel (BRB) unterstützen das Anliegen.
Der Basler Grossrat Luca Urgese (FDP) hat einen Vorstoss eingereicht, der lärmarme Bauarbeiten in den Sommermonaten Juni bis August bereits ab 6.00 Uhr ermöglichen soll. Körperlich belastende Arbeiten können so in die kühleren Morgenstunden verlegt werden, was die Gesundheit der Bauarbeitenden schützt.
«Der Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden hat für unsere Mitgliedunternehmen höchste Priorität. Ein früherer Arbeitsbeginn ermöglicht es, die körperlich anstrengendsten Arbeiten in die kühleren Morgenstunden zu verlegen», sagt Daniel Allemann, Präsident des Verbands Bauunternehmer Region Basel (BRB).
Die Hitze macht es dringend
Der Sommer 2026 gehört gemäss MeteoSchweiz zu den aussergewöhnlichsten seit Messbeginn. Basel zählt zu den am stärksten betroffenen Regionen der Schweiz – bereits zwölf Tage mit mindestens 35 Grad, gleich viele wie im Hitzesommer 2003. Für Menschen, die auf aufgeheizten Asphalt- und Betonflächen schwere Arbeit verrichten, ist das eine Gefahr; Gemäss Suva ereignen sich an Tagen mit Temperaturen über 30 Grad rund sieben Prozent mehr Arbeitsunfälle als an anderen Sommertagen. Gleichzeitig nimmt mit steigenden Temperaturen die Leistungsfähigkeit ab.
Ein fairer Kompromiss
Der Vorstoss nimmt auch die Bedürfnisse der Anwohnenden ernst: Zwischen 6.00 und 7.00 Uhr sowie über Mittag sind ausschliesslich lärmarme Tätigkeiten erlaubt – beispielsweise das Einrichten der Baustelle, Schalungs- und Armierungsarbeiten von Hand oder Materialtransporte. Lärmintensive Arbeiten wie Abbruch-, Fräs-, Spitz- oder Rammarbeiten bleiben weiterhin erst ab 7.00 Uhr möglich. So lassen sich Gesundheitsschutz und Rücksichtnahme sinnvoll verbinden. Dass es geht, zeigt die Stadtreinigung längst: Bereits heute beginnt die Stadtreinigung Basel-Stadt an Hitzetagen um 6.00 Uhr mit dem Einsammeln von Bebbi-Säcken, Grüngut, Karton und Papier; 2025 war es sogar schon 5.00 Uhr.
Breite Unterstützung
Der Vorstoss wird von Vertreterinnen und Vertretern von SP bis SVP mitgetragen – ein wichtiges Signal für praxisnahen Gesundheitsschutz. Der BRB und der Gewerbeverband Basel-Stadt hoffen nun, dass der Grosse Rat dem Vorstoss zustimmt. Damit kann der Regierungsrat die vorgeschlagene Anpassung der Lärmschutzverordnung ausarbeiten und umsetzen. Der Kanton trägt als wichtiger Bauherr und Auftraggeber Mitverantwortung für den Gesundheitsschutz der Bauarbeitenden.