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Gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Ein Workshop beim Gewerbeverband Basel-Stadt zeigte auf, wie schleichend sexuelle Belästigung beginnt und dass Führungskräfte sofort handeln müssen.

Der Workshop der Basler Fachstelle Gleichstellung im Gewerbeverband Basel-Stadt am Donnerstagmorgen, 22. Januar 2026, begann harmlos. Doch die gespielten Szenen im grossen Schulungsraum liessen niemanden kalt.

Die Theaterschaffenden Marie-Louise Hauser und Martin Hahnemann verkörperten Ayshe und Paul – zwei Figuren, deren Arbeitsalltag vor den Augen des Publikums schrittweise aus den Fugen geriet. Was als ungeschicktes Kompliment begann, entwickelte sich zur handfesten Belästigung.

In den anschliessenden Diskussionen zeigte sich eine verbreitete Überraschung darüber, wie viel sich Betroffene im Berufsalltag gefallen lassen, bevor sie Hilfe suchen oder Grenzen setzen. Grenzüberschreitungen beginnen nämlich selten mit physischen Übergriffen. Oft bilden sexistische Witze, herabwürdigende Bemerkungen über das Äussere oder deplatzierte Sprüche zur sexuellen Orientierung den Nährboden.

Viele Teilnehmende des Workshops realisierten durch die gespielten Szenen zwischen Ayshe und Paul, wie stark ein Machtgefälle, ob hierarchisch oder durch das Dienstalter bedingt, die Gegenwehr lähmt. Das Ziel von «KMU konkret+» ist es, genau hier die Sensibilität zu schärfen und Standards zu etablieren.

Keine Ausreden bei der Intervention

Rechtlich ist die Sache eindeutig: Das Gleichstellungsgesetz (GlG) verbietet jede Form von Diskriminierung oder sexuelle Belästigung. Entscheidend ist dabei nicht die Absicht des Täters oder der Täterin, sondern das subjektive Empfinden des Opfers. Für Führungskräfte besteht eine strikte Interventionspflicht.

Die oft gehörte Frage, ob man nicht erst «abwarten solle, bis sich die Wogen geglättet haben», wurde im Workshop daher klar verneint. Wer als Mitglied des Kaders wegsieht, riskiert ein vergiftetes Arbeitsklima und den Verlust von Fachkräften. Zudem wird das Unternehmen haftbar für Entschädigungszahlungen.

Pragmatische Hilfe für KMU

Das Projekt «KMU konkret+» bietet Basler Unternehmen bis 250 Mitarbeitenden konkrete Unterstützung und Schulungen an, wie sie auch die Mitarbeitenden des Gewerbeverbands Basel-Stadt mitgemacht haben. Ein sicherer Arbeitsplatz ist ein Wettbewerbsvorteil. Wer «KMU konkret+» nutzt, sorgt dafür, dass aus einem «Paul» kein juristisches und menschliches Fiasko für den Betrieb wird.