05.03.2026
Apotheken stärken Opferschutz
Mit dem neuen E-Learning «Partnerschaftsgewalt» steht Apothekenmitarbeitenden ab März 2026 eine praxisnahe Online-Weiterbildung zum Thema häusliche Gewalt zur Verfügung.
Die Regierungen beider Basel lancieren in Zusammenarbeit mit Baselstädtischen und dem Basellandschaftlichen Apothekerverband gezielte Schulungen zur Früherkennung häuslicher Gewalt. Diese Kooperation mit den Verbänden stellt sicher, dass das Apothekenpersonal als erste Anlaufstelle im Quartier gestärkt wird. Das E-Learning-Modul basiert auf einem Modell aus der Westschweiz und wird nun für die Nordwestschweiz adaptiert.
Finanzierung für Schnellentschlossene
Ein zentraler Aspekt für die KMU-Betriebe ist die Kostenregelung: Die Kantone übernehmen die Gebühren für die ersten Anmeldungen, die innerhalb der nächsten zwölf Monate eingehen. Das Kontingent ist dabei nach der Anzahl der Mitgliedsapotheken pro Kanton gestaffelt. Der Kanton Basel-Stadt finanziert die Teilnahme für die ersten 70 Fachpersonen, während im Baselbiet die Kosten für die ersten 50 Anmeldungen getragen werden.
Früherkennung im Arbeitsalltag
Das Fachpersonal in den Apotheken nimmt aufgrund der niederschwelligen Erreichbarkeit oft als erstes die Anzeichen von physischer oder psychischer Gewalt war. Die Schulung befähigt nun das Personal, solche Signale diskret zu deuten und Betroffene an die Opferhilfe beider Basel zu vermitteln. Ein besonderer Fokus liegt auf der Gewalt im Alter, da soziale Isolation und Pflegeüberforderung oft im Verborgenen bleiben.
Bewährtes Modell für die Region
Die Schulungen schliessen eine Lücke in der lokalen Interventionskette. Durch die Einbindung der Apotheken wird der Zugang zu professioneller Hilfe vereinfacht, ohne die Sicherheit der Ratsuchenden zu gefährden. Die Apotheken fungieren hierbei als Brückenbauer zu den spezialisierten Fachstellen, wobei die diskrete Ansprache im Vordergrund steht.