07.04.2026
Ja zur Änderung des Zivildienstgesetzes
Mehr und mehr Leute leisten nicht Militär-, sondern Zivildienst. Dieser dauert anderthalbmal so lang wie der Militärdienst.
Entsprechend fehlen die Fachkräfte in der Wirtschaft länger. 2025 wurde ein neuer Rekord verzeichnet: 7211 Personen wurden zum Zivildienst zugelassen, mit insgesamt 1,9 Millionen Diensttagen. Bundesrat und Parlament möchten diesen Trend mithilfe von sechs gezielten Massnahmen reduzieren. Dagegen wurde das Referendum ergriffen. Darum entscheidet die Stimmbevölkerung am 14. Juni 2026.
Die sechs Massnahmen im Überblick
- Der Zivildienst muss eine Mindestanzahl von 150 Tagen umfassen, um kurze oder zerstückelte Dienste zu vermeiden.
- Unteroffiziere und Offiziere dienen im Militär länger. Ihre Zivildienst-Zeit wurde bisher nicht angepasst. Der Faktor 1,5 gilt künftig neu auch für sie.
- Mediziner dürfen keinen Zivildienst in medizinischen Berufen leisten, damit Fachkräfte im Gesundheitswesen nicht gebunden werden.
- Wer alle Ausbildungstage in der Armee absolviert hat, darf künftig nicht in den Zivildienst wechseln und bleibt der Armee für Wiederholungen, Assistenz und Aktivdienst erhalten.
- Die jährliche Einsatzpflicht gilt für Zivildienstleistende ab dem Jahr nach ihrer Zulassung zum Zivildienst. Neu besteht ab Zulassung eine jährliche Einsatzpflicht. Das verhindert Verzögerungen, macht Zivildienstleistende planbarer für Einsatzbetriebe und gleicht den Rhythmus an die Armee an.
- Wer während der Rekrutenschule in den Zivildienst wechselt, muss seinen ersten grossen Dienstblock im nächsten Kalenderjahr fertig haben. Das verhindert jahrelange Verzögerungen.
Stärkung des Arbeitsmarkts
Zivildienstleistende arbeiten häufig in subventionierten oder gemeinnützigen Institutionen, die dadurch günstige Arbeitskräfte erhalten. Dies verzerrt den Wettbewerb zulasten privatwirtschaftlicher Betriebe. Zudem fehlen gut ausgebildete Fachkräfte dem Arbeitsmarkt länger, wenn sie in den Zivildienst übertreten. Ein Nachteil, den sich die Wirtschaft angesichts des Fachkräftemangels nicht leisten kann.
Sicherheit und Planungssicherheit
Auch die Armee muss sich für sicherheitspolitische Herausforderungen aufstellen können. Stabile und nachhaltig alimentierte Bestände sind dafür notwendig. Die Änderungen schaffen die nötige Balance zwischen zivilem Engagement und militärischer Dienstpflicht.
Klare Regeln und höhere Hürden beim Wechsel in den Zivildienst stärken die Planungssicherheit der Unternehmen, verhindern zusätzliche Ausbildungsunterbrüche und tragen dazu bei, dass knappe Fachkräfte schneller voll im Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Der Gewerbeverband Basel-Stadt empfiehlt, die Änderung des Zivildienstgesetzes anzunehmen.