21.03.2025
Vom Schüttgutsilo zum modernen Hostel
Beim Austausch zwischen den kantonalen Jungparteien und dem Gewerbeverband Basel-Stadt besuchten die Teilnehmenden am Mittwoch, 19. März 2025, das Silo Design & Boutique Hostel im Erlenmatt. Dort erhielten sie einen Einblick in ein gelungenes Beispiel für die Umnutzung eines historischen Gebäudes.
Nicole Döbele, Betriebsleiterin des Silo Hostels, führte die Gruppe durch das Gebäude und erläuterte die Entstehungsgeschichte des Projekts. Das Hostel befindet sich in einem ehemaligen Schüttgutsilo der Basler Lagerhausgesellschaft. Beim Umbau stand der Erhalt der bestehenden Bausubstanz im Vordergrund. So blieben die Silokammern und die Einfülltrichter weitgehend erhalten.
Neues Nutzungskonzept
Durch den Einbau von zwei neuen Geschossdecken und Erschliessungskernen konnte das Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden, wie Nicole Döbele erklärte. Heute beherbergt das Gebäude im Erdgeschoss den Hostel «Living Room» als zentralen Aufenthaltsraum mit Zugang zum Garten sowie einen Meetingraum. In den oberen Stockwerken befinden sich zehn Doppelzimmer mit eigenem Bad und zehn Viererzimmer. Zudem stehen Ateliers für Selbstständige und Kleinunternehmen zur Verfügung. Die Mitglieder der Jungparteien konnten die Zimmer besichtigen und stellten interessiert Fragen zur Belegung.
Grossevents als Chance für die Hotellerie
Nicole Döbele verwies auf die bevorstehenden Grossanlässe wie den Eurovision Song Contest und die Frauen-Fussball-Europameisterschaft, die zu einer erhöhten Bettenbelegung in der ganzen Stadt Basel führen werden – auch im Hostel Silo, das etwas ausserhalb des Zentrums am Stadtrand liegt. In diesem Zusammenhang betonte sie die Bedeutung einer fairen Preisgestaltung. «Es ist wichtig, dass die Besucherinnen und Besucher auch nach dem Grossanlass die Stadt Basel gerne als Touristen besuchen», hielt sie fest.
Herausforderungen für die Messe- und Kongressstadt Basel
Nach der Führung durch das Silo Hostel gab Jonas Gass, COO der Krafft Gruppe, Einblicke in die Unternehmensstruktur und stellte neue Projekte vor. Dabei thematisierte er auch die Herausforderungen für die Hotellerie in der Kongress- und Messestadt Basel. Der Verlust von Kongressen an andere Städte stelle eine besondere Belastung dar. «Umso wichtiger ist es, neue Veranstaltungen zu akquirieren und langfristig in Basel zu halten», sagte Gass.
Fachkräfte sichern: Ausbildung als strategischer Hebel
Abschliessend betonte Jonas Gass die Wichtigkeit der Ausbildung, um den Arbeits- und Fachkräftebedarf im Gastgewerbe zu decken. «Die Branche selbst hat einen wichtigen Schlüssel gegen den Fachkräftemangel in der Hand», gab er zu bedenken. Einerseits müssten die Betriebe weiterhin eine hohe Ausbildungsqualität gewährleisten. Gleichzeitig müssten den jungen Fachkräften attraktive Perspektiven geboten werden, um sie langfristig in der Branche halten zu können.
Diskussion und Austausch
Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Jungparteien und den Gastgebenden. Die jungen Politikerinnen und Politiker brachten ihre eigenen Ideen und Perspektiven ein, insbesondere zu den Themen Beizen- und Clubsterben. Sie erörterten die Herausforderungen, die durch den wirtschaftlichen Druck in der Gastronomie entstehen. Zudem wurden neue Arbeitszeitmodelle besprochen, die sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer attraktive Lösungen bieten könnten.
Lösungen bieten
Neben den Einblicken in die Hotellerie nutzten die Vertretenden des Gewerbeverbands Basel-Stadt die Gelegenheit, um über aktuelle Entwicklungen aus dem Verband zu berichten. Dabei wurden wirtschaftspolitische Themen angesprochen, die für die Jungparteien von besonderem Interesse waren. Den Abschluss des Abends bildete ein gemeinsamer Apéro, bei dem die Diskussionen in entspannter Atmosphäre fortgeführt wurden.
JungparteienaustauschDer Gewerbeverband Basel-Stadt tauscht sich regelmässig mit den Vertreterinnen und Vertretern der Jungparteien im Kanton Basel-Stadt aus. «Die Teilnahme an solchen Treffen bietet den Jungpolitikerinnen und -politikern die Möglichkeit, Einblicke in verschiedene Branchen und Unternehmen zu gewinnen und sich mit den Anliegen und Interessen der lokalen Wirtschaft vertraut zu machen», sagt Reto Baumgartner, Direktor des Gewerbeverbands Basel-Stadt. «Diese regelmässigen Treffen dienen auch dazu, über aktuelle Themen und Herausforderungen zu diskutieren. Dabei steht der Austausch von Ideen und Perspektiven im Vordergrund, um eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik zu fördern.»
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