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KMU-Besuch – Zwischen Tradition und Transformation

KMU-Besuch – Zwischen Tradition und Transformation

Anlässlich ihres Besuchs bei Unternehmen rund um den Spalenberg gewannen Regierungsrat Kaspar Sutter und Gewerbedirektor Reto Baumgartner Einblicke in die Vielfalt, die Standortvorteile sowie die aktuellen Herausforderungen des innerstädtischen Gewerbes.

Basel, Montagmorgen, 11. Mai 2026. Drei Stationen, unterschiedliche Branchen, eine gemeinsame Basis: der Spalenberg als lebendiges Wirtschaftsquartier. Regierungsrat Kaspar Sutter, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, und Reto Baumgartner, Direktor des Gewerbeverbands Basel-Stadt, setzten ihre Reihe der KMU-Besuche fort, um den Puls der lokalen Betriebe zu fühlen.

Station 1: Schwarz Immobilien

Den Auftakt machte Schwarz Immobilien am Spalenberg 23. In Büroräumlichkeiten aus dem 18. Jahrhundert bewirtschaftet das Team rund 450 Wohnungen. Inhaber Andreas Schwarz, der an gleicher Adresse bis 2019 einen Hutladen führte, sieht die Fernwärmeplanung als zentrales Zukunftsthema: «Für uns hier gibt es keine Alternative, PV wäre kaum und Wärmepumpen wären technisch nur schwer umsetzbar», betonte er im Gespräch mit Kaspar Sutter.

Schwarz investiert jedoch aufgrund des Wohnschutzes und der hohen Mietregulierung derzeit kaum noch in Basel. Kritisch sieht er zudem die geplante Sanierung des Rümelinsplatzes: «Das wird für die betroffenen Betriebe aufgrund der Baustelle extrem schwierig». Insgesamt sei Basel aber eine tolle Stadt und es ist unbestritten, dass das Unternehmen auch künftig am Spalenberg bleibe.

Station 2: TopPharm Apotheke am Spalenberg

Nur wenige Schritte entfernt, am Spalenberg 41, empfing Lukas Meister die Gäste in seinem Traditionsbetrieb. Die Apotheke sichert mit 15 Mitarbeitenden, darunter vier Apotheker/-innen und drei Auszubildenden, die medizinische Grundversorgung. Da Hausärzte seltener werden, nehmen spontane Beratungen in der Apotheke stetig zu.

Während das KMU am Spalenberg dank seines Rufs und des Standorts zurzeit keine Nachwuchssorgen hat, sieht Meister branchenweit einen deutlichen Fachkräftemangel.

Positive Impulse für die Stadt brachten Grossereignisse wie der ESC 2025 und die Fussball-EM der Frauen: «Wir mussten damals viel auf Englisch bedienen», so Meister über die internationale Kundschaft.

Sorge bereiten jedoch auch hier die absehbare Baustelle am Rümmelinsplatz und die Fluktuation in der Nachbarschaft: « Es ist schade, wenn Ladengeschäfte immer wieder leer stehen», sagte Lukas Meister.

Station 3: Galerie Carzaniga GmbH

Den Abschluss bildete die Galerie Carzaniga am Unteren Heuberg. Philipp Hediger und Markus Rück führen das Unternehmen in einem sich wandelnden Markt: Sammler werden seltener, und moderne Architektur bietet oft zu wenig Wandfläche für grosse Formate.

Zudem hätten Unternehmen früher oftmals eigene Sammlungen aufgebaut und ihre repräsentativen Räumlichkeiten damit geschmückt, «eine Tradition, die leider verloren gegangen ist», so Markus Rück. Darüber hinaus seien Auktionshäuser für die Galerien zu einer grossen Konkurrenz geworden.

Trotz rückläufiger Geschäfte schätzen sie die Location, die vom belebten Umfeld profitiert. Schwierigkeiten bereiten hingegen administrative Hürden bei der Aussenwerbung.

Fazit: Engagement trotz Hürden

Der Besuch verdeutlichte die Ambivalenz des Standorts: Hohe Lebensqualität und Identifikation treffen auf regulatorische und logistische Hürden. Reto Baumgartner resümierte: «Die Unternehmen wollen vorangehen, aber sie benötigen möglichst wenige Hindernisse bei der Umsetzung der ambitionierten Klimaziele».

Kaspar Sutter zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt am Spalenberg: «Man spürt hier viel Mut und Freude am Gewerbe sowie ein grosses Verständnis für die Belange der Stadt.»

Im Bild: v.l. Lukas Meister, TopPharm Apotheke am Spalenberg; Gewerbedirektor Reto Baumgartner; Regierungsrat Kaspar Sutter.