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Neujahrsempfang: Nachhaltigkeit im Zentrum

Neujahrsempfang: Nachhaltigkeit im Zentrum

Nach einem Moment des Innehaltens im Gedenken an die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana richteten rund 700 Gäste aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik am Neujahrsempfang des Gewerbeverbands Basel-Stadt vom 9. Januar 2026 im Theater Basel den Blick nach vorne.

«Es stockt in Basel – wir müssen schauen, dass unsere Stadt wieder läuft, und zwar gemeinsam», betonte Hansjörg Wilde am Neujahrsempfang des Gewerbeverbands Basel-Stadt vom 9. Januar 2026 im Theater Basel. Wie stark die Betriebe gefordert sind, zeigt eine aktuelle Umfrage des Verbands: Für 80 Prozent der Unternehmen hat der Aufwand für administrative Prozesse in den letzten fünf Jahren zugenommen. Wilde forderte, Abläufe zu vereinfachen und die Digitalisierung zu beschleunigen, damit Betriebe ihre Ressourcen wieder stärker in Innovation, Ausbildung und Kundennähe investieren können.

Herausforderungen Baustellen und Mobilität
Auch bei Mobilität und Baustellen sieht Wilde dringenden Handlungsbedarf. Das heutige Infrastruktur-System genüge den Anforderungen von 2026 nicht mehr, gerade für ein wirtschaftlich starkes und wachsendes Basel. Um die Mobilitätsprobleme zu dämpfen, brauche es eine zügige Umsetzung des Rheintunnels sowie eine Verkehrsführung, die den Bedürfnissen aller Verkehrsträger angemessen Rechnung trägt. Gleichzeitig sollen Betriebe, die besonders unter langwierigen Bauphasen leiden, besser abgesichert werden – etwa durch einen Unterstützungsfonds für baustellenbetroffene KMU, damit notwendige Infrastrukturprojekte und die Umsetzung von «Basel2037» nicht zur Existenzfrage für lokale Unternehmen werden.

Kritisch: Wohnschutz und Demos
Auf der Agenda ganz oben stehen laut Wilde auch ein Wohnschutz ohne Investitionsblockaden und die Verhältnismässigkeit bei Demonstrationen in der Innenstadt. Mit Blick auf «Basel2037» unterstrich er, dass die KMU ein zentraler Teil der Umsetzung seien. Damit Vorhaben wie die Solaroffensive gelingen, müssten sie praxisnah ausgestaltet und die lokalen Betriebe frühzeitig eingebunden werden. Der Gewerbeverband verstehe sich dabei als lösungsorientierter Partner und setze sich dafür ein, dass die Rahmenbedingungen und Chancen für das lokale Gewerbe gestärkt werden.

Berufsbildung als Erfolgsfaktor
Im Rahmen des Empfangs präsentierte Regula Berger, CEO der Basler Kantonalbank (BKB), eine aktuelle Studie zur Nachfolgeplanung von KMU in der Nordwestschweiz und zeigte deren wichtigste Ergebnisse in einem Kurzfilm. Gewerbedirektor Reto Baumgartner schlug die Brücke zur Praxis: «Die Berufsbildung ist das Herzstück einer erfolgreichen Nachfolgeplanung.» Wer eine stabile Mannschaft habe, vermittle Sicherheit und Zukunftsperspektive. Gemeinsam mit zwei jungen Co-Moderatorinnen und -Moderatoren aus dem kaufmännischen Ausbildungsverbund des Gewerbeverbands Basel-Stadt gab Baumgartner der nächsten Generation eine Bühne.

50 Lernende auf der Bühne
Ein starkes visuelles Signal setzten rund 50 Lernende aus dem Handwerk, die in ihrer Berufskleidung die Bühne betraten. In kurzen Gesprächen mit verschiedenen KMU-Vertreterinnen und -Vertretern aus dem Publikum sowie Lernenden aus handwerklichen Branchen wurde die strategische Bedeutung der Ausbildung unterstrichen; Lehrstellen seien die beste Investition in die Zukunft der Region, lautete der Tenor. Reto Baumgartner hob zudem hervor, dass die Durchlässigkeit des Schweizer Berufsbildungssystems – von der Grundbildung über die höhere Berufsbildung bis hin zu Fachhochschulen und zur Selbstständigkeit – ein Privileg der Schweizer Berufsbildung sei und noch stärker sichtbar gemacht werden müsse.

Kultureller Schlusspunkt
Zum Abschluss des Programms präsentierte das Ensemble des Theaters Basel einen Auszug aus «La Traviata». Intendant Benedikt von Peter hob hervor, dass auch der Kulturbetrieb ohne präzises Handwerk in den Werkstätten und der Technik nicht existieren könne.

Beim anschliessenden Apéro riche nutzten die Gäste die Gelegenheit zum direkten Dialog mit den Lernenden – den künftigen Macherinnen und Machern des Basler Gewerbes.

Hier gibt es fotografische Impressionen. Ein Video wird noch diese Woche veröffentlicht.