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Rent-a-Stift: Botschafter für die Berufsbildung

Rent-a-Stift: Botschafter für die Berufsbildung

Lernende vermitteln Sekundarschüler/-innen die Vorzüge einer Berufsbildung direkt aus erster Hand. Lehrbetriebe können ihre Lernenden jetzt anmelden.

Katharina Imhof, Projektleiterin Berufsbildung beim Gewerbeverband Basel-Stadt, erklärt im Interview die Hintergründe des Projekts «Rent-a-Stift».

Katharina Imhof, warum funktioniert das Projekt «Rent-a-Stift» schon seit Jahren so gut?

Katharina Imhof: Jugendliche hören Gleichaltrigen anders zu als Lehrpersonen oder Eltern. Wenn Lernende im Klassenzimmer auf Augenhöhe aus ihrem Alltag berichten, ist das authentisch. Das bricht die gewohnte Schulzimmer-Dynamik sofort auf.

Wie bereiten Sie die angehenden Berufsleute auf diese Auftritte vor?

Niemand geht unvorbereitet vor eine Schulklasse. Die Lernenden im zweiten Lehrjahr absolvieren ein intensives zweitägiges Seminar. Dort lernen sie Grundlagen in Präsentationstechnik, Rhetorik und Didaktik. Sie trainieren ihren sprachlichen und körperlichen Ausdruck. Das verhilft den Jugendlichen zu mehr Sicherheit. Davon profitieren sie direkt bei ihrem eigenen Qualifikationsverfahren.

Wie läuft ein Schulbesuch ab?

Die Lernenden besuchen in Zweier-Teams zwei bis fünf Schulklassen und leiten eine Lektion. Sie erzählen aus der Praxis, wie sie ihren Beruf gewählt haben und was sie täglich im Betrieb machen. Sie beantworten die Fragen der Schüler/-innen ohne Schnörkel. Mit dem interaktiven Teil der Lektion erleben die Schülerinnen und Schüler hautnah und realitätsnah den vorgestellten Beruf.

Gibt es ein Erlebnis aus der Praxis, das die Wirkung besonders gut verdeutlicht?

Eine Lehrperson versuchte lange Zeit ohne Erfolg, einer schulisch schwachen Klasse die zweijährige EBA-Lehre schmackhaft zu machen. Dann kam eine EBA-Lernende in die Klasse. Sie erzählte direkt aus ihrem Leben: Warum sie diesen Weg wählte, für wen die EBA-Lehre richtig ist und welche Wege danach offenstehen. Die Schüler/-innen hörten plötzlich aufmerksam zu. Sie sahen ein Vorbild und verstanden den Plan dahinter. Immer wieder entdecken Jugendliche bei diesen Besuchen neue Talente an sich selbst.

Welchen Mehrwert bietet das Projekt den Lehrbetrieben?

Die Betriebe bekommen Lernende zurück, die durch das Seminar und die Auftritte gestärkt sind und neue Kompetenzen mitbringen. Zudem kann sich die eigene Branche bekannt machen. Da die Lernenden während der Schulbesuche ihre Arbeitskleidung tragen, ist das direkte Werbung für die Lehrstellen im eigenen Betrieb.