Logo Burger
Junge Azubine Metallberuf

Studie belegt: Duales Bildungssystem fördert Aufstiegschancen

Studie belegt: Duales Bildungssystem fördert Aufstiegschancen

Während die soziale Mobilität in den USA eingebrochen ist, blieben die Aufstiegschancen in der Schweiz über vier Jahrzehnte stabil. Eine neue Studie der Universität Luzern zeigt: Das duale Berufsbildungssystem spielt dabei eine zentrale Rolle.

Jonas Bühler, Dr. Melanie Häner-Müller und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger haben für ihre Untersuchung administrative Daten von über zwei Millionen Schweizerinnen und Schweizern aus 38 Geburtsjahrgängen ausgewertet. Ihr Befund: Der Einfluss der Familienherkunft auf das spätere Einkommen blieb konstant gering. Die Geschwisterkorrelationen im Langzeiteinkommen lagen durchgehend unter 15 Prozent.

Zum Vergleich: In den USA stieg die intergenerationelle Einkommenspersistenz im selben Zeitraum massiv an: von 28 auf 45 Prozent. Den Grund dafür sieht Häner-Müller im dualen Bildungssystem der Schweiz. Auch ohne Hochschulabschluss sind in der Schweiz gute Einkommen möglich. Die Berufslehre ist gleichwertig.

Mehrere Wege zum Erfolg

Für KMU als Rückgrat der Schweizer Wirtschaft ist das duale Bildungssystem ein zentraler Erfolgsfaktor. Es verbindet betriebliche Praxis mit schulischer Ausbildung und ermöglicht reibungslose Übergänge in den Arbeitsmarkt.

Im Gegensatz zu Systemen, die stark auf akademische Bildung setzen, bietet die Schweiz verschiedene Erfolgspfade. Die Stabilität zeigt sich über alle untersuchten Untergruppen hinweg, bei Männern und Frauen, bei Schweizer Staatsbürgerinnen und -bürgern und im Ausland Geborenen.

Langzeitperspektive bis 2021

Die Robustheit der Schweizer Chancengleichheit bestätigt sich auch in der Langzeitbetrachtung: Für Geburtsjahrgänge zwischen 1951 und 1988 blieb die intergenerationelle Mobilität über den gesamten Beobachtungszeitraum von 1981 bis 2021 konstant hoch. Die Geschwisterkorrelationen überstiegen in keinem Jahr die 21-Prozent-Marke.

Die Studie nutzt Daten der Schweizerischen Ausgleichskasse sowie des Bundesamts für Statistik. Dies ist ein methodischer Vorteil, da diese administrativen Quellen hochwertige, nicht gedeckelte Einkommensdaten für die gesamte Bevölkerung liefern.