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Strasseninfrastruktur steht kurz vor dem Kollaps

Strasseninfrastruktur steht kurz vor dem Kollaps

Die Zahlen des Bundes zur Mobilitätsentwicklung sind alarmierend. Die Strasseninfrastruktur in der Nordwestschweiz muss dringend ausgebaut werden. Andernfalls droht der totale Verkehrskollaps.

Wer morgens in der Region Basel zu Kundschaft fährt, muss mehr und mehr Zeit einplanen. Verzögerungen und Staus gehören zum Arbeitsalltag.

Dies bestätigen die Zahlen des Bundesamts für Strassen (ASTRA). Demnach wurden auf den Autobahnen 2025 schweizweit 68’040 Staustunden registriert – über 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 89 Prozent der Staus sind auf Verkehrsüberlastung zurückzuführen, Unfälle und Baustellen verursachten zusammen weniger als 8 Prozent.

Nadelöhr A2

Besonders brisant ist die Situation auf der A2, die in der Region Basel zum Nadelöhr wird. Hier ist die Anzahl Staustunden innert eines Jahres um 60 Prozent explodiert. Die Sanierungsarbeiten an der Osttangente verschärfen die Situation zwar zusätzlich. Aber das Kernproblem ist ein grundsätzlicher Kapazitätsmangel: Täglich passieren bis zu 125’000 Fahrzeuge den Basler Engpass, in Spitzenzeiten sogar bis zu 150’000.

Der Verkehr liegt laut Bundesamt mindestens 20 Prozent über der Belastungsgrenze. Der Rückstau verlagert sich auf weitere Autobahnabschnitte sowie auf Kantons- und Gemeindestrassen. Die Folge: Handwerksbetriebe verlieren Zeit, Lieferfahrzeuge kommen zu spät, Mitarbeitende müssen terminliche Reserven einplanen. Die Kosten tragen letztlich die Betriebe und ihre Kundschaft.

Tropfen auf den heissen Stein

Der Bund will den Verkehr besser steuern – mit variablen Tempoanzeigen, Dosierungssystemen, Pannenstreifenumnutzungen. Das ist aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Denn der Verkehr wird nicht einfach weniger werden. Bevölkerung und Wirtschaft wachsen, der Güterverkehr nimmt zu. Bis 2040 rechnet der Bund mit einem Verkehrswachstum von 25 Prozent im Personen und 37 Prozent im Güterverkehr.

Umfassende Massnahmen nötig

Darum reichen technische und verkehrssteuernde Massnahmen allein nicht aus. Die Region Basel braucht dringend eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur, auf die sich Unternehmen künftig verlassen können. Neben kurzfristigen Verbesserungen müssen deshalb langfristige Entlastungen und der notwendige Ausbau der Infrastruktur vorangetrieben werden. Dazu gehört der Rheintunnel.