Das Herzstück an die Stadt anbinden

16.06.2020

Seit dem 1. Januar 2020 ist das Bundesamt für Verkehr für die Umsetzung des Herzstücks zuständig. Der Kanton Basel-Stadt wiederum muss die hierfür notwendigen Anpassungen der kantonalen Infrastrukturen vorantreiben. Dazu hat der Regierungsrat dem Grossen Rat einen Finanzierungsantrag unterbreitet.

Nach über 20 langen Jahren des Variantenstudiums und schier endloser politischer Diskussionen ist das Projekt «Herzstück Regio-S-Bahn» per 1. Januar offiziell in die Zuständigkeit des Bundes übergegangen. Nun zeigt sich das Bundesamt für Verkehr (BAV) für die Umsetzung des Projekts im Rahmen des Bahnknotens Basel («Zielbild 2040») verantwortlich. Als frühestmögliches Datum der Inbetriebnahme wird das Jahr 2035 genannt.

Rasche Planung und Projektierung erforderlich

Damit dieses ambitionierte Ziel erreicht werden kann, sind von Seiten aller beteiligter Projektpartner die nun folgenden Planungs- und Projektierungsschritte möglichst zügig voranzutreiben. Der Kanton Basel-Stadt ist hierbei für die Planung und Umsetzung aller hierfür notwendigen Anpassungen der kantonalen Infrastrukturen verantwortlich. Konkret bedeutet dies die optimale Anbindung aller bestehende und zukünftige Bahnzugangspunkte (Bahnhof SBB, Badischer Bahnhof, Basel St. Johann, Basel Mitte, Basel Klybeck, Basel Morgartenring und Basel Solitude) ans untergeordnete lokale ÖV-, Fussgänger und Veloverkehrsnetz.

Neuer Zugang zum Bahnhof SBB via Margarethenbrücke

Wie komplex dies sein kann, zeigt exemplarisch die geplante Perronerschliessung West beim Bahnhof SBB. Zur Entlastung des Centralbahnplatzes sind eine Personenunterführung sowie eine oberirdische Erschliessung mittels einer neuen, an einer erweiterten Margarethenbrücke angefügten Passerelle vorgesehen. Die Anbindung beider Bauwerke ans übrige Verkehrsnetz erfolgt dabei über einen neuen Verkehrsknoten zwischen Markthalle und Elsässertor («Markthallenplatz»), der heutigen Viaduktstrasse – eine vielbefahrene Hauptverkehrsstrasse. Wie an diesem neuralgischen Punkt die Bedürfnisse aller Verkehrsträger angemessen berücksichtigt werden können, ist eine der vielen offenen Fragen.

Grosser Rat entscheidet über Planungskredit

Um diese Fragen zu beantworten, hat der Regierungsrat dem Grossen Rat einen Planungs- und Projektierungskredit in der Höhe von 14 Millionen Franken unterbreitet. Der Gewerbeverband Basel-Stadt unterstützt die nun anstehenden Planungsarbeiten. Er mahnt jedoch zu einer Beschleunigung einzelner Planungsschritte (für die Planung und Umsetzung des Projekts Markthallenplatz / Margarethenbrücke werden mindestens 16 (!) Jahre in Aussicht gestellt) sowie zu einer strengen Kostenkontrolle.

Weitere Informationen:  www.gewerbe-basel.ch/verkehr-und-infrastruktur