«Der Förderbeitrag ist ein wichtiger Faktor»

05.10.2021

Das Baugeschäft Egeler Lutz AG setzt auf Elektromobilität. Die kostenlose Testmöglichkeit und die Förderbeiträge des Projekts «Wirtschaft unter Strom» halfen beim Kaufentscheid der Fahrzeuge.


«Wir wollen einen Beitrag zur Reduktion von Abgasen leisten», sagt Walter Klotz, Geschäftsleitungsmitglied der Baufirma Egeler Lutz AG. Schon früher war er im Besitz eines Fahrzeuges mit Gasunterstützung. «Die Zeit ist reif für Elektromobilität», davon ist er überzeugt. Das liegt auch an der grösser gewordenen Auswahl an Fahrzeugen und der erhöhten Reichweite.

Die Firma Egeler Lutz AG hat über die Plattform «Wirtschaft unter Strom» verschiedene Fahrzeuge gratis getestet, um zu sehen, wie sie sich im Alltag bewähren. «Für uns war die Länge des Fahrzeuges, der Preis und die Leistung entscheidend». Nach der Evaluationsphase kaufte das Unternehmen den Renault ZOE und den Nissan E-NV.

 PREISDIFFERENZ AUSGEGLICHEN

Die Erfahrungen sind bis jetzt sehr gut. «Für die Stadt ist der Renault ZOE ideal», sagt Walter Klotz. Mit einer Reichweite von bis zu mehreren hundert Kilometern sind auch längere Strecken möglich. Darauf muss bei der Wahl der Fahrzeuge geachtet werden. «Als Bauführer und GL-Mitglied bin ich viel auf Achse.» Wenn das Fahrzeug unterwegs aufgeladen werden muss, ist dies in der Planung zu berücksichtigen.

Für Walter Klotz spielte der Förderbeitrag von Bund und Kanton eine wichtige Rolle. Dieser gleicht die derzeit noch höheren Preise für Elektrofahrzeuge im Vergleich zu den benzinbetriebenen Zwillingsmodellen aus. Damit wird eine Hürde beim Umsteigen auf strombetriebene Fahrzeuge abgebaut. Im Unterhalt und beim Treibstoff sind die Kosten von Elektrofahrzeugen ohnehin günstiger.

 

DARUM LOHNT SICH DAS UMSTEIGEN AUF E-FAHRZEUGE

Zahlreiche Unternehmen sind schon auf Elektromobilität umgestiegen. Worauf Sie dabei achten müssen, erklärt Raphael Kuentz, Leiter Verkauf & Marketing bei der Garage Keigel.

«kmu news»: Weshalb lohnt sich das Umsteigen auf E-Mobilität gerade bei Geschäftsfahrzeugen?
Raphael Kuentz: Die Gründe für einen Einstieg in die Elektromobilität sind vielfältig. Man ist umweltfreundlicher unterwegs und profitiert von einem positiven Image als Firma und Arbeitgeber. Das Fahrgefühl eines Elektroautos ist sehr angenehm und es fährt sich entspannter, diese Begeisterung erleben wir jeden Tag bei unseren Kunden. Ausserdem sind dank der Förderungsbeiträge der Aktion «Wirtschaft unter Strom» die Anschaffungskosten für die Firmen sehr attraktiv und die Betriebskosten sind sogar günstiger als bei den Benzin- oder Dieselautos. Der Treibstoff und die Wartungskosten sind beim E-Auto tiefer.

Wo liegen aus Ihrer Sicht noch Hürden und wie könnte man diese beseitigen?
Die höheren Anschaffungskosten sind für Basler Firmen dank den Förderungsbeiträgen kein Thema mehr. Der Renault Kangoo ZE ist beispielsweise schon für circa 19 000 Franken erhältlich – gleich teuer wie die Dieselversion. Beim Kleinwagen Renault Twingo ist die Elektrovariante ab circa 14 500 Franken zu bekommen, das ist auch gleich teuer wie die Benzinversion. Auch die Reichweite ist mittlerweile keine Hürde mehr, denn die E-Autos er-reichen mit einer Vollladung mehrere hundert Kilometer. Die Aufladung ist aus meiner Sicht die letzte Hürde, die leider noch besteht. Die öffentlichen Lademöglichkeiten sind begrenzt und viele Firmen sind noch nicht genügend ausgestattet. Allerdings werden auch hier Fortschritte gemacht und die Ladeinfrastruktur wird täglich erweitert.

Wie soll ein Unternehmen vorgehen, wenn es auf E-Mobilität umstellen möchte?
Am besten über das Reservierungsportal eine Woche lang das Wunschauto kostenlos testen! Die Probewoche begeistert jedes Mal und beseitigt sowohl falsche Annahmen wie auch falsche Erwartungen. Interessenten können sich aber auch gerne zuerst bei uns vor Ort im Showroom über die E-Autos umfassend informieren und evaluieren, ob eine emissionsfreie Mobilitätslösung für sie in Frage kommt.

www.garagekeigel.ch/elektro

 

«WIRTSCHAFT UNTER STROM»

2019 startete die Aktion «Wirtschaft unter Strom» des Gewerbeverbandes Basel-Stadt, des Amts für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt sowie von IWB. Unternehmen können Förderbeiträge von bis zu 7000 Franken für ein Elektrofahrzeug erhalten sowie verschiedene Fahrzeugtypen für eine kostenlose Testwoche reservieren. Taxi-Unternehmerinnen und Unternehmer können sogar maxi-mal 10 000 Franken pro Fahrzeug erhalten. Die Resonanz der Wirtschaft auf das Elektromobilitätsprojekt ist enorm. Der Regierungsrat musste den Förderkredit bereits zweimal aufstocken. Schon 150 Unternehmen sind ganz oder teilweise auf Elektrofahrzeuge umgestiegen und haben Förderanträge für 210 Fahrzeuge gestellt.