Freihandel sichert Arbeitsplätze

28.01.2020

Die Schweiz als Mitglied der EFTA und die Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay haben sich nach langen Verhandlungen auf ein umfassendes Freihandelsabkommen geeinigt. Das Mercosur-Abkommen hat grosses wirtschaftliches Potential. Denn der freie Handel ist für unsere Unternehmen und damit für die Schweizer Arbeitsplätze bedeutsam.

von Dr. Jean-Philippe Kohl, Vizedirektor Swissmem, Leiter Wirtschaftspolitik

Heute sind die schweizerischen Ausfuhren nach Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay mit hohen Zöllen belastet. So schlagen die Mercosur-Staaten Zölle von bis zu 35 Prozent auf die Exporte der Schweizer Industrieunternehmen. Für die hiesigen Produzenten ist das ein grosser Nachteil, weil dadurch Schweizer Waren stark verteuert werden.

ABBAU VON ZÖLLEN UND ANDEREN HANDELSHEMMNISSEN

Das Mercosur-Abkommen schafft endlich Abhilfe. Es befreit rund 95 Prozent der Schweizer Ausfuhren von Zöllen. Neben Zollschranken werden auch technische Handelshemmnisse abgebaut, der Marktzugang für schweizerische Dienstleistungserbringer erleichtert und die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen gestärkt. So ermöglicht das Mercosur-Abkommen den freien Export von Gütern und Dienstleistungen in einen boomenden Absatzmarkt mit mehr als 260 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern.

MERCOSUR-ABKOMMEN NÜTZT DEM SCHWEIZER GEWERBE

Der Verhandlungserfolg mit dem südamerikanischen Wirtschaftsraum Mercosur ist eine gute Nachricht für die exportorientierten Betriebe und damit auch für KMU. Dank dem Freihandelsabkommen erhalten sie die Möglichkeit, künftig leichter von der Schweiz aus nach Südamerika zu exportieren. So kommt das Mercosur-Abkommen auch den Zuliefererbetrieben und dem Gewerbe zugute. Der ganze Wirtschaftsstandort und Werkplatz Schweiz profitiert. Das schafft Arbeitsplätze und Wohlstand.

INNOVATIVE TECHNOLOGIE FÜR MENSCHEN UND UMWELT IN SÜDAMERIKA

Der Nutzen des Mercosur-Abkommens geht weit über wirtschaftliche Aspekte hinaus. Vom Export innovativer Schweizer Technologie profitieren nämlich auch Menschen und Umwelt in Südamerika. So gehören Schweizer Produkte im Bereich der Energieeffizienz, der Ressourcenschonung, der Mobilität oder dem nachhaltigen Bauen zur Weltspitze. Gemäss Seco verleiht das Abkommen der Schweiz zudem mehr Handhabe, um relevante Nachhaltigkeitsaspekte zu thematisieren. Damit hat die Schweiz einen gewichtigen Hebel in der Hand, um mehr Nachhaltigkeit zu bewirken und zur Verbesserung der Lebensumstände der Menschen in Südamerika beizutragen.