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Entwicklung Morgartenring: Das Gewerbe muss mitgedacht werden

Entwicklung Morgartenring: Das Gewerbe muss mitgedacht werden

Der Gewerbeverband Basel-Stadt hat zur Vernehmlassung des Entwicklungskonzepts Stadtraum Morgartenring eine Stellungnahme eingereicht. Eine zukunftsorientierte Entwicklung ist wichtig. Sie darf aber nicht am lokalen Gewerbe vorbeigeplant werden.

Die geplante Entwicklung am Morgartenring

Rund um den Morgartenring steht in den nächsten Jahren eine grosse Umgestaltung des Quartiers an. Im Kern geht es um die neue S-Bahn-Haltestelle «Basel Neuallschwil», die Allschwil direkt ans Bahnnetz anschliesst. Um die Station optimal in Stadt und ÖV-Netz einzubinden, liegt ein Entwicklungskonzept vor. Dazu soll der Bereich um die Haltestelle mit neuen Nutzungen, mehr Grün und einem «lokalen Zentrum» attraktiver werden, ergänzt durch bessere Fuss- und Velowege. Deswegen sollen auch der motorisierte Individualverkehr und die Parkflächen reduziert werden.

Wirtschaftsverkehr und Anlieferung

Ein zentrales Anliegen des Gewerbeverbands Basel-Stadt ist die Sicherung von Wirtschaftsverkehr und Anlieferung. Das Entwicklungskonzept legt den Fokus jedoch einseitig auf Fuss-, Veloverkehr und den ÖV. Lieferverkehr, Warenanlieferung und die Erschliessung für Handwerksbetriebe sind im Dokument praktisch kein Thema, obwohl sie für ein funktionierendes Gewerbe entscheidend sind. Der Gewerbeverband Basel-Stadt fordert deshalb ein verbindliches Konzept mit klar ausgewiesenen Anlieferzonen und Lösungen, die auch bei Temporeduktionen und Umgestaltungen des Strassenraums eine gute Erreichbarkeit gewährleisten.

Baustellenbelastung und Umsetzungsphase

Das Konzept sieht eine sehr lange Umsetzungsdauer bis weit über 2050 hinaus vor, während bereits mehrere weitere Grossprojekte im Gebiet laufen. Der Gewerbeverband Basel-Stadt warnt vor den kumulativen Folgen für die ansässigen Betriebe. Baustellen erschweren den Zugang, mindern die Kundenfrequenz und können zu erheblichen Umsatzeinbussen führen. Gefordert wird deshalb ein verbindliches Bauphasen- und Kommunikationskonzept, eine zentrale Anlaufstelle für betroffene Unternehmen sowie ein Entschädigungsmechanismus für nachweisbare wirtschaftliche Schäden.

Zentren, Nahversorgung und Nutzungsmischung

Aus Sicht des Gewerbeverbands Basel-Stadt braucht der Raum Morgartenring vor der Festlegung neuer Zentralitäten ein klares Quartier-Zentrenkonzept. Dieses soll die Rolle des neuen Zentrums im Verhältnis zu den bestehenden Zentren am Linden- und Allschwilerplatz klären und verhindern, dass Frequenzen und Kaufkraft aus den bestehenden Strukturen abgezogen werden. Bei künftigen Nutzungen wie der Umnutzung des Tramdepots sollen zudem neben öffentlichen auch gewerbliche und kommerzielle Angebote mitgedacht werden.

Parkierung und Erreichbarkeit

Besonders kritisch beurteilt der Gewerbeverband Basel-Stadt den vorgesehenen Abbau von Strassenparkplätzen. Ohne Ersatzlösungen werden Kundenparkplätze, Anlieferflächen und die Erreichbarkeit für Handwerks- und Gewerbebetriebe verloren gehen. Der Gewerbeverband Basel-Stadt verlangt deshalb vor jeder Reduktion verbindliche Ersatzangebote wie Kurzparkzonen, Blaue Zone, Anlieferungszonen oder Quartierparkings.

Die Wirtschaft wird zu wenig einbezogen

Das Entwicklungskonzept spricht allgemein von Partizipation, aber die eigentlichen Wirtschaftsakteure werden in der weiteren Planung nicht ausdrücklich und verbindlich eingebunden. Das ist ein Problem, weil die geplanten Eingriffe direkt die betriebliche Alltagspraxis betreffen: Erreichbarkeit, Kundenfrequenz, Lieferabläufe und Standortattraktivität. Daher fordert der Gewerbeverband, dass Wirtschaftsverbände und die Wirtschafts allgemein in die nächsten Planungs- und Entscheidungsphasen eingebunden werden.

Insgesamt setzt sich der Gewerbeverband Basel-Stadt für eine Entwicklung ein, die städtebauliche Aufwertung mit funktionierenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbindet. Der Stadtraum Morgartenring kann aus Sicht des Gewerbes nur dann erfolgreich weiterentwickelt werden, wenn Anlieferung, Erreichbarkeit, Parkierung, Baustellenmanagement und die Einbindung der Wirtschaft von Beginn weg mitgedacht werden. Nur so lässt sich ein lebendiges Quartier schaffen, das  attraktiv und wirtschaftsverträglich ist.

 

Bildquelle: Kanton Basel-Stadt

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