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Vorschau auf die Februar-Sitzungen des Grossen Rates

Vorschau auf die Februar-Sitzungen des Grossen Rates

Am 4. und 11. Februar 2026 tagt der Grosse Rat und behandelt mehrere für die Basler KMU relevante Geschäfte. Im Fokus stehen zwei Vorstösse zur Stärkung der Berufsbildung: die Einführung eines kantonalen Berufsbildungsfonds und eine bikantonale Plattform zur Talentförderung.

Die Berufslehre als Erfolgsmodell

Die Berufslehre ist eine grosse Stärke der Schweiz. Sie ermöglicht jungen Menschen einen guten Einstieg ins Berufsleben und stellt sicher, dass Unternehmen über gut ausgebildete Fachkräfte verfügen. Betriebe, die Lehrstellen anbieten, investieren dafür viel Zeit und Geld. Gleichzeitig profitieren viele Firmen von diesen Fachkräften, ohne selbst Lernende auszubilden.

Faire Lastenverteilung für die Berufsbildung

Gleichzeitig steht die Berufslehre unter Druck. Viele KMU würden gerne ausbilden, werden jedoch durch hohe Kosten und administrativen Aufwand daran gehindert. Ein Vorstoss für einen kantonalen Berufsbildungsfonds setzt hier an: Alle Betriebe leisten einen kleinen Beitrag – bemessen an der AHV-Lohnsumme – in einen gemeinsamen Fonds. Lehrbetriebe, die Lernende ausbilden, erhalten automatisch eine Rückvergütung und werden gezielt entlastet. Weitere Mittel sollen gezielt in die Mitfinanzierung von Projekten und Innovationen für die Berufsbildung fliessen. Ziel ist es, mehr Lehrstellen zu schaffen, KMU zu unterstützen und die Berufsbildung noch attraktiver zu gestalten. Unternehmen ohne Lernende leisten ihren Beitrag anteilig zur Stärkung der Berufsbildung.

Über die Verwendung der Mittel entscheidet eine gemeinsame Kommission mit Vertretungen der Arbeitgebenden, der Arbeitnehmenden und der Berufsbildung. So ist sichergestellt, dass das Geld fair, transparent, sinnvoll und effizient eingesetzt wird.

Unterstützung des Gewerbes

Der Gewerbeverband Basel-Stadt unterstützt die Einführung eines Berufsbildungsfonds. Er stärkt die Berufsbildung, entlastet Ausbildungsbetriebe und schafft fairere Rahmenbedingungen für KMU, die in den beruflichen Nachwuchs investieren.

Talentförderung in der Praxis

In der Berufsbildung schlummert viel Potenzial: engagierte Lernende mit Ideen, Verantwortungssinn, Einsatzbereitschaft, Unternehmergeist und hoher Begabung. Gerade für KMU sind solche Talente Gold wert. Ein Vorstoss fordert deshalb, die Talentförderung in der Berufsbildung auszubauen, mit einem stärkeren Fokus auf die Praxis.

Plattform für mehr Sichtbarkeit

Im Zentrum steht die Frage, wie Lernende frühzeitig gefördert und gleichzeitig Ausbildungsbetriebe besser unterstützt werden können. Geprüft werden soll eine Plattform, die Talente sichtbar macht, Betriebe besser einbindet und zeigt, welche Chancen die Berufslehre bietet, auch im Vergleich zum Gymnasium.

Mit dem «Unternehmer Campus» des Gewerbeverbands gibt es bereits ein erfolgreiches Förderprogramm. Seit mehreren Jahren bereitet es Lernende auf unternehmerische Aufgaben vor. Für KMU bedeutet dies konkret: Lernende werden gezielter weiterentwickelt und bringen ihr Wissen und ihre Motivation direkt in den Betrieb ein. Zudem fördern auch diverse Branchen ihre Talente bereits individuell. Der Gewerbeverband Basel-Stadt begrüsst den Vorstoss, denn er zielt darauf ab, die Berufsbildung attraktiver zu gestalten und leistungsbereite Lernende gezielt zu fördern. Er erachtet es aber als essenziell, dass die verschiedenen Plattformen sich ergänzen und nicht konkurrenzieren.

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