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Weniger Sanierungen, gleiche Mieten: Wohnschutz verfehlt Ziel

Weniger Sanierungen, gleiche Mieten: Wohnschutz verfehlt Ziel

Die aktuellen Zahlen bestätigen, was viele im Gewerbe seit Langem befürchten: Der Wohnschutz greift nicht – und bringt die Bauwirtschaft ernsthaft in Bedrängnis.

Ziel verfehlt: Kein Effekt auf Mietpreise
Der Wohnraumschutz wurde eingeführt, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern und die Mietpreisentwicklung zu bremsen. Doch laut den neuesten Zahlen des Statistischen Amts Basel-Stadt bleibt dieser Effekt bislang aus. Die Analyse zeigt keine dämpfende Wirkung auf die Mietpreise.

Das Amt betont, dass die vorliegenden Indikatoren keine kausalen Rückschlüsse zulassen. Für belastbare Aussagen wären Vergleichsstudien nötig, die ähnliche Objekte mit und ohne Wohnschutz gegenüberstellen. Zudem wirken weitere Faktoren wie steigende Baukosten, die Zinswende und komplexere Bauvorschriften mit – viele Effekte zeigen sich erst zeitverzögert.

Rückgang bei Baugesuchen und Investitionen
Seit Mitte 2022 ist die Zahl der Baugesuche für Sanierungen, Umbauten und Renovationen stark gesunken – insbesondere bei Projekten, die unter die Wohnschutzregelung fallen. Viele Eigentümer verzichten auf notwendige Investitionen, da sich diese unter den aktuellen Auflagen wirtschaftlich nicht mehr lohnen.

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Auffällig ist auch der sprunghafte Anstieg von Baugesuchen kurz vor Inkrafttreten der Verordnung – offenbar, um den neuen Regeln zuvorzukommen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Umwandlung von Mietwohnungen in Stockwerkeigentum: Noch vor Einführung der neuen Bewilligungspflichten stieg deren Zahl deutlich an.

Neubautätigkeit schwächelt aufgrund fehlenden Arealentwicklungen
Auch die Neubautätigkeit ging 2024 zurück. Laut Statistik liegt das jedoch vor allem daran, dass keine grösseren Arealentwicklungen abgeschlossen wurden. Positiv: Die Zahl der baubewilligten Wohnungen ist wieder gestiegen. Ein direkter Zusammenhang mit dem Wohnraumschutz wird von offizieller Seite jedoch als unwahrscheinlich eingestuft.

Zunahme bei Verfahren – Revision steht bevor
Die Wohnschutzkommission verzeichnete 2024 insgesamt 124 Verfahren zu Umbauten, Renovationen und Ersatzneubauten – ein klarer Anstieg. Die Wohnschutzverordnung wurde inzwischen revidiert und tritt am 1. November 2025 in Kraft.

Save the date: Der Gewerbeverband Basel-Stadt lädt am 29. August, 11.30 – 14.00 Uhr, zu einer Informationsveranstaltung ein, um seine Mitglieder über die revidierte Wohnschutzverordnung und deren Auswirkungen zu informieren. Weitere Informationen folgen demnächst.