Logo Burger
KMU Besuch Sitzungstisch

Zwischen Messgeräten, Metzgerei und Menüs

Zwischen Messgeräten, Metzgerei und Menüs

Anlässlich ihres Besuchs bei Riehener Unternehmen gewannen Regierungsrat Kaspar Sutter und Gewerbedirektor Reto Baumgartner Einblicke in den Alltag, die Chancen und die Sorgen des lokalen Gewerbes.

Riehen, Montagmorgen, 3. November 2025. Drei Stationen, drei Welten, ein Ziel: verstehen, wie es den KMU geht. Regierungsrat Kaspar Sutter, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, und Reto Baumgartner, Direktor des Gewerbeverbands Basel-Stadt, setzten ihre Reihe der KMU-Besuche fort. Diesmal wurden sie von Riehener Unternehmen empfangen und von Gemeindepräsidentin Christine Kaufmann begleitet.

Station 1: Zimmerli Messtechnik

Den ersten Halt gab es bei der Zimmerli Messtechnik AG an der Schlossgasse. Firmengründer Peter Zimmerli empfing die Gäste am Firmensitz, wo seit über 50 Jahren feinste Prozessmesstechnik entsteht. «Wir sind ein kleines Team mit 13 Mitarbeitenden. Flexibilität ist unser grosser Vorteil», sagte er. Das Herzstück des Betriebs ist der selbst entwickelte Zimmerli-Druckregler, der weltweit exportiert wird. «Unsere Hauptmärkte liegen in Europa, wir liefern aber auch nach Übersee. Das Dreiländereck ist für uns ein klarer Standortvorteil – gleiche Sprache, gleiche Mentalität.»

Die Digitalisierung prägt auch die Messtechnik, besonders im Aussendienst. Herausforderungen sieht Zimmerli bei der Verfügbarkeit von Gewerbeflächen und im Arbeitskräftemangel. «Ingenieure wachsen nicht auf den Bäumen», sagt er. Dazu kommen administrative Hürden: «Manchmal wäre weniger Bürokratie mehr.» Kaspar Sutter bestätigt: «Wir versuchen auf kantonaler Ebene, den administrativen Aufwand zu reduzieren. Aber vieles ist national geregelt.»

Station 2: Henz Metzgerei und Delikatessen GmbH

Die zweite Station lag wenige Gehminuten entfernt. In der Schmiedgasse führt Rolf Henz seit 25 Jahren seine Metzgerei und Delikatessen GmbH. «Wir haben 90 Prozent Stammkunden. In Riehen kennt man sich, das Geschäft lebt vom persönlichen Kontakt», sagte Rolf Henz. Seine Spezialität: hochwertige Terrinen und Traiteur-Produkte. Das Fleisch bezieht er von Tieren, die er selbst auswählt und im Metzgerhuus in Füllinsdorf schlachten lässt.

Auch für Rolf Henz sind fehlende Fachkräfte ein Thema. «Gute Leute sind fast nicht mehr zu finden.» Christine Kaufmann lobt das Engagement: «Rolf Henz zeigt, dass man mit Qualität, Herzblut und Beständigkeit in Riehen erfolgreich sein kann.» Für den Betrieb sind Parkmöglichkeiten ein Dauerthema. «Gerade ältere Kunden sind darauf angewiesen», so Rolf Henz. Zum Thema Nachhaltigkeit meint er: «Das wird sicher noch relevanter, wenn wir umbauen oder modernisieren.» Reto Baumgartner verweist auf Unterstützungsmöglichkeiten: «Der Verein Basel 2037 bietet hier wertvolle Beratung.»

Station 3: C. Albrecht Feinkost AG

Genuss und Gastfreundschaft standen im Zentrum der letzten Station, der Albrecht Catering (C. Albrecht Feinkost AG) an der Baselstrasse. Geschäftsführerin Sabrina Haufler führte durch die moderne Produktionsküche. «Wir sind seit 26 Jahren in Riehen und sehr glücklich hier», sagte sie. Neben elf Festangestellten beschäftigt sie rund 250 Freelancer, viele davon Studierende. «Unsere Hochsaison sind die Monate rund um Weihnachten und Neujahrsempfänge. Dann läuft es auf Hochtouren.»

Albrecht Catering arbeitet eng mit der Gemeinde zusammen, beliefert kantonale Anlässe und setzt auf Regionalität. «Wir beziehen das meiste aus der Schweiz, Weine aus Europa. Fleisch zu 90 Prozent aus der Region.» Christine Kaufmann bestätigt: «Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Unternehmen funktioniert hervorragend.»

Fazit: Riehen lebt nicht zuletzt vom Engagement seiner KMU. Zum Abschluss zeigte sich Kaspar Sutter beeindruckt: «In Riehen sieht man, wie Gewerbe und Wohnen Hand in Hand gehen. Die Betriebe überzeugen durch Qualität und Innovationskraft.» Reto Baumgartner ergänzte: «Diese Besuche zeigen, wo der Schuh drückt, aber auch, wie stark und vielseitig das Gewerbe im ganzen Kanton ist.» Und auch Gemeindepräsidentin Christine Kaufmann zog eine positive Bilanz: «Das Gewerbe bei uns lebt. Es ist innovativ, konkurrenzfähig und weit vernetzt. Und dies lokal, regional, national und sogar international.»